Denise Plattner ist Mitglied der Französischen Kirche in Bern und erzählt in ihrem Beitrag von einem persönlichen Erlebnis, dass sie näher zur Religion führte und sie dazu inspirierte, ein Treuebekenntnis zu verfassen. Mittlerweile hat sie dieses Bekenntnis schon in neun Sprachen übersetzen lassen.
Portrait 2
 
 Ich habe mich in Bern in den TGV nach Paris gesetzt. Von meinem Fensterplatz aus zieht die Landschaft an mir vorbei. Bin ich bereits in Frankreich? Ich glaube schon, denn über der Ebene erhebt sich weiträumig der Himmel. Wie im Traum lasse ich meinen Gedanken freien Lauf: zu den Bildern gesellen sich Worte. Ich fühle mich wie in der unermesslichen Weite des Universums. Denke ich an Hotelaufenthalte vergangener Zeiten, als in der Schublade des Nachttisches ganz hinten noch eine Bibel lag? Wer weiss das genau! Kurz entschlossen nehme ich ein Papier hervor und beginne eilig einige Gedanken hinzukritzeln. Als der Zug in Paris einfährt, liegt ein Text in meiner Tasche, den ich praktisch nicht mehr überarbeitet habe.
 

 

Esther FouziIch und Religion

Ich wuchs innerhalb der reformierten Landeskirche auf, war aber auch Mitglied einer Freikirche. Schon als Jugendliche fand ich die Dreieinigkeitslehre befremdend. Drei in Einem, das ging nicht auf, und so betete ich sicherheitshalber zu Gottvater, Sohn und dem Heiligen Geist. Durch meine Beschäftigung mit Yoga geriet ich in Kontakt mit fernöstlichen Lehren und fühlte mich vor allem zum Buddhismus und der Reinkarnationslehre hingezogen. Später, durch den Kontakt mit meinem Mann, lernte ich den Islam kennen. Mit dem Islam hatte ich plötzlich eine Alternative und begann das Christentum, dessen Gottesverständnis und die Heilslehre zu hinterfragen. Warum sollte ein liebender Gott seinen eigenen Sohn hingeben müssen und zuschauen, wie dieser auf grausamste Weise sterben muss, nur damit uns Menschen die Sünden vergeben werden können? Könnte der Allmächtige nicht auch ohne Kreuzigung vergeben? So begann ich, einen vernunftgetragenen Zugang zu Gott zu suchen.

Senata WagnerIch und meine religiöse Sozialisation

Religion und ich, das war seit jeher ein ambivalentes Verhältnis. Den Draht zu etwas Göttlichem habe ich nie gefunden – obwohl ich fest vorhatte, religiös zu werden als Kind. Wie mein Grosi und mein Omi wollte auch ich an einen lieben Gott glauben, der sich alle meine Sorgen anhört, der mir Trost spendet und mir den Weg weist. Als kleine Bohne, vielleicht vierjährig, begleitete ich meine Omi sonntags einmal in den katholischen Gottesdienst. Ich war mucksmäuschenstill, lauschte dem Pfarrer und vermittelte den Eindruck, als ob mich die Predigt fesseln würde.

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