Ausstellung Musliminnen und Muslime: Peter Hüseyin CunzAusstellungsbericht: Eine Ausstellung zu Musliminnen und Muslimen im Kanton Bern

Der Islam hat viele Gesichter, und Muslime und Musliminnen sind nicht grundsätzlich anders als der Durchschnittsschweizer. Dies möchte die Ausstellung, die noch bis zum 3. Dezember in der Heiliggeistkirche in Bern zu sehen ist, zeigen. Zwanzig Muslime und Musliminnen aller Altersgruppen und Nationalitäten beantworteten dieselben Fragen: "Was war bis anhin der glücklichste Moment in deinem Leben?" und "Was bereitet dir Sorgen?" gehörten dazu. Die verschiedenen Antworten zeigen auf, dass Musliminnen und Muslime dieselben Hoffnungen und Sorgen haben wie alle Menschen. Die Geburt der Kinder oder der Lehrabschluss wurden zum Beispiel als glücklichster Tag erwähnt, aber auch der Tag, an dem der Asylantrag angenommen wurde. Sorgen machten sich die zwanzig Personen über die Zukunft der Kinder, die Umweltverschmutzung oder über die politische Situation im ihrem Heimatland. Die Porträtierten wurden auch nach ihrem Glauben gefragt, und auf den zwanzig Plakaten sind zwanzig verschiedene persönliche Ansichten zum Glauben zu lesen. Die kurzen Interviews, die auf den Plakaten nachzulesen sind, werden von Bildern des Fotografen Stefan Maurer begleitet. Zusammen bieten sie einen kurzen Einblick in das Leben von zwanzig verschiedenen Menschen.

 

Ausstellung Musliminnen und Muslime: Rifa'at LenzinZur Eröffnung der Ausstellung am 1. November 2011 hielt die Islamwissenschaftlerin Rifa'at Lenzin ein kurzes Referat, in dem sie betonte, dass eine solche Ausstellung in einer Zeit, in der auch in der Schweiz die Islamophobie in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei, ein gutes Zeichen sei. Anschliessend folgte unter der Leitung von Pia Grossholz-Fahrni eine Diskussion mit dem Fotografen Stefan Maurer und drei der Porträtierten - Irfan Abas, Fathima Ifthikar und Peter Hüseyin Cunz. Als Erstes frage Frau Grossholz-Fahrni nach den Gründen für die Teilnahme an der Ausstellung. Die drei Porträtierten waren sich einig, dass es wichtig sei, den Musliminnen und Muslimen in der Schweiz eine Stimme und ein Gesicht zu geben. Herr Abas, Imam von Langenthal, betonte zudem, er wolle zeigen, dass Muslime nichts zu verstecken hätten, während Peter Hüseyin Cunz die Ausstellung als Chance sah, ein ausgewogenes und korrigiertes Bild des Islams zu präsentieren.

Im Mittelpunkt der weiteren Diskussion stand dann die Frage, welche Rolle die Religion im Alltag spielt. Auch hier machten die drei Muslime ähnliche Erfahrungen. Zum einen würden sie im Alltag kaum auf ihre Religion angesprochen und die Religion spiele in diesem Sinne nicht so eine wichtige Rolle. Persönlich aber sei die Religion eher stark präsent. Irfan Abas betonte, dass sich Muslimen und Musliminnen in der Schweiz gewisse Probleme stellten, beispielsweise beim Einkaufen von speziellen Lebensmitteln oder auch Kleidung. Herr Cunz betonte, dass die Religion für ihn moralische Implikationen habe und sie deshalb bei allen Entscheidungen präsent sei und sein Handeln beeinflusse.

Ausstellung Musliminnen und Muslime: Irfan Abas und Fathima IfthikarAlle drei Porträtierten wünschten sich zum Schluss, dass Muslime und Nicht-Muslime vermehrt den Dialog miteinander suchen, um Vorurteile abzubauen und voneinander zu lernen.

Die Ausstellung bietet einen ersten Ansatzpunkt, um diesen Wunsch zu erfüllen.Sie ist noch bis zum 3. Dezember in der Heiliggeistkirche in Bern zu sehen. Danach geht die Wanderausstellung im Kanton Bern auf Reise.

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