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Norbert Balz & Esthert Girsberger: Die Rückkehr der ReligionBuchrezension: "Rückkehr der Religion. Warum Glauben Hochkonjunktur hat" von Norbert Balz und Esther Girsberger

Das Gottlieb Duttweiler Institut, benannt nach seinem Gründer, bezeichnet sich selbst als eine Institution der „freien Forschung“ im Bereich Wirtschaft und Gesellschaft. Im Zentrum der jeweiligen Studien stehen der Mensch und seine kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung in der Zukunft, womit die Studie zur Rückkehr der Religion die modernen Variationen und Erscheinungen von 'religiösen' Phänomenen thematisiert.

Die 2008 erschienene Studie Die Rückkehr der Religion. Warum Glauben Hochkonjunktur hat widmet sich dem postmodernen Erscheinungsbild der Religion. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert:  Der erste und umfangreichere Teil beschreibt verschiedene Theorien bezüglich der Rückkehr der Religion und die damit verbundenen Umstände, der zweite beinhaltet acht Thesen zur Zukunft der Religion.

Die Mündigkeit des Individuums als Luxusproblem 

Das Ergebnis der Studie lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Die riesige Auswahl an Möglichkeiten, die sich dem Individuum bieten, und die daraus resultierende Komplexität scheinen es zu überfordern. Die Religion der Postmoderne manifestiert sich daher nicht in Form religiöser Frömmigkeit, sondern in rituellen Praktiken. Mit Hilfe davon verspricht sich das Individuum eine Strukturierung und somit Vereinfachung seiner Lebensumstände. Auch damit verbunden ist der Glaube an eine Gottheit, eine höhere Macht - oder wie auch immer man das nennen möchte -, der den Menschen führt und somit die ganze Verantwortung für sein Leben trägt. Die hart erkämpfte Mündigkeit des Individuums scheint zu einem Luxusproblem verkommen zu sein.

Überblickartige Darstellung theoretischer Abhandlungen 

Das Buch bietet einen Überblick über verschiedene wissenschaftstheoretische Ansätze um die Vorstellung der Rückkehr der Religion zu erklären. Obwohl einiges davon dem einen oder anderen Leser bereits aus religionswissenschaftlichen Diskursen bekannt sein wird, handelt es sich nicht um eine Abhandlung komplexer Theorien. Die  zahlreichen Ansätze, die dem Leser zwar in einer hohen Dichte präsentiert werden, sind verständlich zusammengefasst und erzeugen daher beim Lesen einige Aha-Erlebnisse, die bei wissenschaftlichen Texten oftmals ausbleiben könnten. Den Schwerpunkt der Studie bildet offensichtlich der wirtschaftliche Aspekt der Religion. Auch dabei handelt es sich grundsätzlich um etwas bereits Bekanntes. Die Sakralisierung des Konsumismus, was etwa am Bild der Konsumtempel und der Verehrung von Marken an Stelle von Gottheiten illustriert wird, oder an der medialen Inszenierung Papst Johannes Paul II, der dem Katholizismus dadurch Markenqualität verleiht, scheinen zwar der Konsumgesellschaft zu entsprechen, bleiben jedoch, genau wie der Vergleich eines sportlichen Wettkampfs mit einem religiösen Erlebnis, diskussionswürdig.

Die Studie ist somit durchaus anregend und lesenswert, für wissenschaftliches Arbeiten jedoch weniger zu empfehlen.


Bolz, Norbert & Girsberger, Esther (2008): Die Rückkehr der Religion. Warum Glauben Hochkonjunktur hat, GDI-Studie, 31/2008.

Website des Gottlieb Duttweiler Instituts

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