Judith Könemann & Georg Vischer: Interreligiser Dialog in der SchweizBuchrezension: "Interreligiöser Dialog in der Schweiz" von Judith Könemann und Georg Vischer (Hg.)

 

Dass der interreligiöse Dialog einen festen Teil im gesellschaftlichen Alltag der Schweiz bildet, will eine neue Publikation betonen: Interreligiöser Dialog in der Schweiz. Grundlagen - Brennpunkte - Praxis gemeinsam herausgegeben von Judith Könemann, Leiterin des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts St. Gallen (SPI) und Georg Vischer, Präsident der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft der Schweiz (IRAS COTIS). Deren neues Handbuch versucht eine Gesamtschau des interreligiösen Dialogs in der Schweiz.

"Einen Beitrag zu einem friedvollen Miteinander zu leisten", sei eigentliches Ziel und die Motivation des Buches, so Mitherausgeberin Judith Könemann. Ihr war aufgefallen: "Es existiert eine umfangreiche Literatur zum religiösen Pluralismus in der Schweiz; aber nur wenige, die eine Gesamtschau der Themen des interreligiösen Dialogs vornehmen und zudem den Fokus auf die Schweiz legen."

Reflektierte Praxis steht im Zentrum

Die neu erschienene Publikation Interreligiöser Dialog in der Schweiz. Grundlagen - Brennpunkte - Praxis will diese Lücke schliessen. Es liefert Impulse und Anknüpfungspunkte für eine theologische, aber auch eine strukturelle Diskussion. Wichtig war den Herausgebern, bei der Konzeption des Buchs nicht allein auf der wissenschaftlichen Ebene zu verharren, sondern die reflektierte Praxis des interreligiösen Dialogs in der Schweiz herauszustreichen. Welche Fragen stellen sich angesichts der religiösen Pluralisierung im Alltag von Menschen? Wo findet interreligiöser Dialog statt, wie geht der Austausch vonstatten, wo liegen die Schwerpunkte? Welche Rolle spielt der Interreligiöse Dialog bei der Integration? Was versprechen sich Religionsgemeinschaften vom Interreligiösen Dialog? Und wo liegen seine Grenzen?

Beispiele aus dem Alltagsleben

Das erste Kapitel betreibt Grundlagenforschung: Es widmet sich Fragen zum Verhältnis von Staat und Religion, dem Selbstverständnis von Religionsgemeinschaften und legt mit einem eigenen Beitrag einen Schwerpunkt auf die christliche Perspektive im interreligiösen Dialog. Der zweite Teil ist den „Brennpunkten" des Dialogs, oder eher der interreligiösen Kontakte gewidmet: An je einem Beispiel, aus der Perspektive je einer Religionsgemeinschaft werden Themenfelder wie der Aufenthalt im Spital, der Religionsunterricht, das Verhältnis der Geschlechter, Speisevorschriften oder Begräbnisvorschriften beleuchtet. „Der Dialog lebt davon, dass sich Menschen unterschiedlicher Religionen an einen Tisch setzen", so Könemann. Daher habe man die Autorenschaft bewusst multi-religiös ausgewählt und zusammengesetzt.

Judith Könemann & Georg Vischer: Interreligiöser Dialog in der Schweiz

"Die Wahrnehmung anderer Religionsgemeinschaften ist
eine wichtige Aufgabe des interreligiösen Dialogs"

Konkrete Anleitungen

Die Publikation will informieren, Verstehenshorizonte eröffnen, zur Diskussion einladen, aber auch konkrete Unterstützung für alle Personen anbieten, die im interreligiösen Dialog tätig sind. So finden sich beispielsweise Anleitungen für eine interreligiöse Feier wie auch Beschreibungen von Institutionen, die sich dem interreligiösen Dialog in seinen verschiedenen Facetten verschrieben haben. Auch Stimmen aus dem „Rat der Religionen" kommen hier zu Wort. In dieser Hinsicht knüpft das Buch unmittelbar an die Vorläufer-Publikation des SPI "Initiativen und Organisationen der interreligiösen Dialogs in der Schweiz" an.


Könemann, Judith; Vischer, Georg (Hrsg) (2008): Interreligiöser Dialog in der Schweiz. Grundlagen - Brennpunkte - Praxis. Zürich: Tvz Theologischer Verlag.

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