Normalerweise werden bei politischen Entscheidungen politische und wirtschaftliche Interessen und deren Geltungsansprüche ausgehandelt. Bei der Anti-Minarettinitiative waren aber nur symbolische Geltungsansprüche relevant. Viele Personen, die bis jetzt bei Migrationsthemen pragmatisch abgestimmt hatten, konnten gestern ein "Ja" einlegen, da es sich bei dieser Initiative quasi um eine rein symbolische Initiative handelt. Die „direkten“ Konsequenzen bei der Annahme der Initiative sind gleich null. Keine in der Schweiz lebende Person muss durch die Annahme der Initiative heute sein Verhalten im Vergleich zu seinen Gewohnheiten vor der Abstimmung ändern. Bei einem Kopftuchverbot wäre dies zum Beispiel anders gewesen; die Annahme einer solchen Initiative hätte das Leben von Personen direkt beeinträchtigt.

Werner LaubiInterview mit Werner Laubi, Theologe und Geschichtenerzähler

Werner Laubi, reformierter Pfarrer aus Aarau ist Autor zahlreicher Bücher und leidenschaftlicher Erzähler biblischer Geschichten. Auch anderen will er zum selbständigen Erzählen Mut machen.

Eines ist einem Imam, einem Hindu-Priester oder einem buddhistischen Mönch und einer Nonne gemeinsam: Die Religionsgemeinschaften, gerade wenn sie wie in der Schweiz in der Minderheit leben, sind auf ihr "professionelles" Wirken angewiesen. Doch ist es nicht einfach, diese qualifizierten Religionsverantwortlichen für die Schweiz zu bekommen.

Vor etwas über einem Jahr sprach sich die Berner Kantonsregierung gegen die öffentlich-rechtliche Anerkennung einer freikirchlichen Organisation aus. Dies geschah nicht zuletzt aufgrund der politischen Brisanz des Themas. Wäre diese öffentlich-rechtliche Anerkennung zustande gekommen, wären andere religiöse Gemeinschaften - insbesondere die islamischen Gemeinschaften - sicherlich auch auf diesen Zug aufgesprungen. Eine Islamdebatte, die bei einem solchen Begehren zwangsläufig stattgefunden hätte, wollte man auf jeden Fall verhindern. Im Vordergrund standen zudem Zweifel an der Durchsetzung der Forderungen, welche die Freikirchen an eine öffentlich-rechtliche Anerkennung anknüpften.

Minarettinitiative Marina LutzAbstimmung zur Anti-Minarettinitiative - ein "Denkzettel" für den Islam?

Wenn man auf Google das Begriffspaar 'islamische Welt' eingibt, kommen doppelt so viele Einträge zum Vorschein, wie wenn man 'islamische Religion' googelt. So muss der Begriff Islam, wenigstens in den Augen der deutschsprachigen – sowie der englischsprachigen – Öffentlichkeit, mehr als eine Religion sein. Wenn man bei dieser Googlesuche 'islamisch' mit 'christlich' ersetzt, ist es gerade umgekehrt. Ähnliche Werte wie für das Christentum erhält man für Judentum, Hinduismus und Buddhismus.

Nina FreiEin Interview über Minarette und Religionsfreiheit

Am 29. November kommt in der Schweiz die Volksinitiative Gegen den Bau von Minaretten zur Abstimmung. Dem Artikel 72 der Bundesverfassung soll ein neuer Absatz hinzugefügt werden: "Der Bau von Minaretten ist verboten". Ein Interview mit der Religionswissenschaftlerin Nina Frei aus Frauenfeld.

Promise KeepersEvangelikale stellen in den Vereinigten Staaten die bedeutendste soziale, religiöse und kulturelle Bewegung dar.Im Jahr 1990 sind es Bill McCartney und Dave Wardell, welche ausschließlich Männer in einer evangelikalen Organisation vereinten, um aus ihnen – mit Gottes Hilfe – bessere, verantwortungsvollere Männer zu machen. Nicht nur die strikt monogeschlechtliche Organisation macht die Promise Keepers (PK) zu einer Innovation, sondern auch das Footballstadion als Versammlungsort der PK.

MannlichkeitDie kritische Männlichkeitsforschung in der Religionswissenschaft ist ein sehr junger Forschungszweig. In Nordamerika konnte sich die Männerforschung seit den 1970ern akademisch etablieren, im deutschsprachigen Raum begann sich diese Forschungsrichtung erst in den 1990ern zu entwickeln. Die Kombination aus ‚Religion’ und ‚Mann’ als Forschungsgegenstand ist nicht neu, der Blickwinkel, der darauf geworfen wird, hingegen schon.

Maharishi Mahesh YogiPraxis und Verortung in der Schweiz

Maharishi Mahesh Yogi begründete die Transzendentale Meditation (TM) und verlagerte den Hauptsitz der TM-Bewegung 1972 zwischenzeitlich in die Schweiz. Die Geschichte der Bewegung der TM ist eng mit ihrem Gründer Maharishi Mahesh Yogi verknüpft. Maharishi Mahesh Yogi kommt 1918 als Mahesh Prasad Varma in Jabalpur in Nordindien zur Welt. Dort hat er Physik studiert und den Grad eines Bachelors erlangt. Der junge Maharishi stand in Verbindung mit dem bekannten Guru Swami Brahmananda Sarasvati, dessen Schüler und Vertrauter er wurde. Nach dem Tod des Gurus hat sich Maharishi für zwei Jahre in den Himalaya zurückgezogen, um dort jene Meditationstechnik zu entwickeln, die heute als Transzendentale Meditation (TM) bekannt ist.

LGBTI USAHomosexuelle, die einer evangelikalen Gruppierung angehören, können schnell in einen Gewissenskonflikt geraten, da ihre Sexualität nicht der geforderten Lebensweise entspricht. Seit den 1970er-Jahren lassen sich v. a in den USA evangelikale Homosexuelle von ihrer gleichgeschlechtlichen Neigung heilen. Im Zuge dessen sind in den Vereinigten Staaten von Amerika sogenannte Ex-Gay-Organisationen entstanden. Doch bieten auch schweizerische Organisationen Heilungstherapien an. Mit Hilfe einer Kombination aus psychologischen Methoden und religiösen Aktivitäten, versuchen sie Homosexuelle von ihrer Homosexualität zu befreien.

Kontakt

Andrea Zimmermann
Projektleitung
info@religion.ch

Rebekka Khaliefi
Redaktionsleitung
redaktion@religion.ch

Marco Messina
Verantwortlicher Blogs
blog@religion.ch

Karin Mykytjuk
Koordinatorin
WissensWert Religionen
3000 Bern

Vermerk "religion.ch"
CH69 0900 0000 6069 3663 4