Kürzlich habe ich eine Unterhaltung mitgelauscht, die mich einerseits zum Schmunzeln, andererseits zum Grübeln brachte.

Angela: Wow, Maja, siehst du gut aus! Dieser Kurzhaarschnitt steht dir klasse!

Maja: Danke! Mir war nach etwas Neuem. Nach etwas Pfiffigem!

A: Und jetzt sieht man deine schön dunkelgrau melierten Haare. Das kommt dir extrem gut.

M: Danke. In all den Meditationskursen habe ich gemerkt, dass ich diesen Stress mit meinen Haaren nicht mehr mag. Da musste ich doch alle drei Wochen zum Friseursalon rennen, um den Ansatz nachzufärben. Und daheim habe ich mir immer die einzelnen grauen Haare ausgerissen.

A: Ach Maja, so ging’s mir auch! Seit ich den buddhistischen Lehren folge und regelmässig meditiere, konzentriere ich mich viel mehr auch mein Inneres. Ich will mich so akzeptieren, wie ich bin. Also ich meine vor allem optisch. Deswegen habe ich mir die Ohrringe entfernt.

Angela schiebt ihr rotbraunes, langes Haar zur Seite, sodass ihre Ohrläppchen für Maja sichtbar werden.

A: Und ich schminke mich nicht mehr. Ich möchte so wahrgenommen und geschätzt werden, wie ich bin. Ich habe mich lange genug zurechtgemacht und mir künstliche Produkte ins Gesicht geschmiert.

Sie sagt dies und dreht dabei an ihrem silbernen Nasenstecker. Ich fragte mich, wo nun genau der Unterschied zwischen Ohrschmuck und Nasenschmuck liegt und weshalb der Nasenstecker seine Existenzberichtigung nicht eingebüsst hat.

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