Die dreiteilige Serie zum Thema interreligiöser Dialog beschäftigt Interreligiöser Dialog verstanden? Wie ist dieses junge Phänomen überhaupt entstanden? Welches sind die Möglichkeiten und Grenzen des Dialogs? Welche nationalen und regionalen Akteure sind in der Schweiz in diesem Bereich tätig? Zudem wird mit einer ausführlichen Linkliste auf verschiedene Organisationen im Bereich des Dialogs verwiesen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Interreligiöser Dialog - ein junges Phänomen

Der Schweizerische Rat der Religionen, das Haus der Religionen, Interreligiöse Arbeitskreise und Foren, Woche der Religionen – die Institutionen, Angebote und Aktivitäten in der Schweiz, die sich dem interreligiösen Dialog widmen, sind heute zahlreich und schwierig zu überblicken.
Tatsächlich ist der interreligiöse Dialog ein eher junges Phänomen, das sich im Zusammenhang mit der zunehmenden religiösen Pluralität in der Schweiz so wie auch in anderen west-europäischen Ländern fast notwendigerweise entwickelt hat. Obwohl in den 1960er-Jahren mit der sogenannten Säkularisierungsthese angenommen wurde, dass Religion und Glauben zunehmend an gesellschaftlicher Bedeutung verlieren und aus dem gesellschaftlichen Leben verschwinden würden, sind Themen rund um religiöse Fragen heute in der Öffentlichkeit sehr präsent.

Jean ZieglerVeranstaltungsbericht: Jean Ziegler sprach in der Offenen Kirche Elisabethen in Basel

Irgendwie erinnert er mich seit einiger Zeit an meinen Grossvater: Jean Ziegler redet genauso viel und schmückt das Gesagte mit bunten Anekdoten aus einem langen, interessanten Weltenbummler-Leben - etwas wirklich Neues hat er jedoch seit Jahren nicht mehr gesagt.

MadchenbeschneidungMädchenbeschneidung im Islam

Die Beschneidung weiblicher Genitalien wird hauptsächlich in Ländern Afrikas praktiziert, in denen der Islam vorherrschend ist. Obwohl die Prozedur, welche für die Betroffenen nicht nur einen Schnitt zur Frau, sondern auch einen Schnitt in die Seele bedeutet, nirgends im Koran erwähnt wird, dient der Glaube immer wieder als Begründung für die Tat.

VOX-Analyse PressekonferenzVeranstaltungsbericht: VOX-Analyse-Pressekonferenz über die Anti-Minarett-Initiative

Die 100. VOX-Analyse zieht an der Pressekonferenz vom 25. Januar 2010 in Bern Bilanz über die Anti-Minarett-Initiative, welche am 29. November des letzten Jahres von einer überraschend grossen Mehrheit der Stimmenden angenommen wurde. Die Studienleiter kommen dabei zum Schluss, dass es sich bei der Motivation und der Absicht der Befürworter der Initiative nicht um eine grundsätzliche Ablehnung der Muslime handelte, sondern mit dem Verbot vielmehr der Verbreitung des Islam Einhalt geboten werden sollte - das war zumindest die am häufigsten genannte Antwort in Bezug auf das Entscheidungsmotiv: das Abstimmungsresultat ist also, so titelt die Medienmitteilung, ein 'symbolisches Zeichen' der Befürworter.

Mathias Tanner: Streit um das MinarettBuchrezension: "Streit um das Minarett. Zusammenleben in der religiös pluralistischen Gesellschaft" von Mathias Tanner u. a. (Hg.)

Die Minarettinitiative wurde bei der letzten Volksabstimmung am 29. November 2009 klar angenommen. - Dies, obwohl sie im Widerspruch zur geltenden Verfassung und zum Völkerrecht, insbesondere zur Religionsfreiheit und zum Diskriminierungsverbot, steht. Darüber hinaus verstösst sie gegen das Neutralitätsgebot (innerhalb der Glaubens- und Gewissensfreiheit), welches den Staat dazu verpflichtet, alle Konfessionen prinzipiell gleich zu behandeln. Es stellt sich nun die grundlegende Frage, wie sinnvoll es ist, eine Initiative zur Abstimmung vorzulegen, wenn voraussehbar ist, dass spätestens der EGMR bei einer Beschwerde einer entsprechenden Regelung die Anwendung versagen würde.

Im Abstimmungs-Diskurs zur Anti-Minarett-Initiative wird von Seiten der Initianten und von gewissen Medien behauptet, das Minarett sei Symbol eines religiös-politischen Machtanspruchs der Muslime, welche in der Schweiz die Scharia einführen, an ihr orientierte Parallelgesellschaften aufbauen und den Schweizer Rechtsstaat unterwandern wollten. Zudem sorgten Medienmeldungen für Aufruhr, wonach ein Schweizer Professor zumindest die Einführung von bestimmten Elementen der Scharia fordere. Der folgende Beitrag beabsichtigt, einige grundlegende Informationen zur Scharia und ihrer gegenwärtigen Anwendung in islamischen und westlichen Staaten zu vermitteln und am Beispiel des Familienrechts die zentrale Frage der Vereinbarkeit von Scharia und Menschenrechten zu erörtern.

Normalerweise werden bei politischen Entscheidungen politische und wirtschaftliche Interessen und deren Geltungsansprüche ausgehandelt. Bei der Anti-Minarettinitiative waren aber nur symbolische Geltungsansprüche relevant. Viele Personen, die bis jetzt bei Migrationsthemen pragmatisch abgestimmt hatten, konnten gestern ein "Ja" einlegen, da es sich bei dieser Initiative quasi um eine rein symbolische Initiative handelt. Die „direkten“ Konsequenzen bei der Annahme der Initiative sind gleich null. Keine in der Schweiz lebende Person muss durch die Annahme der Initiative heute sein Verhalten im Vergleich zu seinen Gewohnheiten vor der Abstimmung ändern. Bei einem Kopftuchverbot wäre dies zum Beispiel anders gewesen; die Annahme einer solchen Initiative hätte das Leben von Personen direkt beeinträchtigt.

KörperweltenAusstellungsbericht: Körperwelten

Gunther von Hagens' Interpretation des Zyklus des Lebens lädt zurzeit ins Puls5 in Zürich, womit die bereits seit zehn Jahren existierende und heftig umstrittene Ausstellung nun zum zweiten Mal in der Schweiz gastiert. Was verbirgt sich hinter den medialen Anschuldigen, die diesbezüglich von einem "Gruselkabinett" oder gar von einer "Verletzung der Menschenwürde" berichten?

Minarettinitiative Marina LutzAbstimmung zur Anti-Minarettinitiative - ein "Denkzettel" für den Islam?

Wenn man auf Google das Begriffspaar 'islamische Welt' eingibt, kommen doppelt so viele Einträge zum Vorschein, wie wenn man 'islamische Religion' googelt. So muss der Begriff Islam, wenigstens in den Augen der deutschsprachigen – sowie der englischsprachigen – Öffentlichkeit, mehr als eine Religion sein. Wenn man bei dieser Googlesuche 'islamisch' mit 'christlich' ersetzt, ist es gerade umgekehrt. Ähnliche Werte wie für das Christentum erhält man für Judentum, Hinduismus und Buddhismus.

Nina FreiEin Interview über Minarette und Religionsfreiheit

Am 29. November kommt in der Schweiz die Volksinitiative Gegen den Bau von Minaretten zur Abstimmung. Dem Artikel 72 der Bundesverfassung soll ein neuer Absatz hinzugefügt werden: "Der Bau von Minaretten ist verboten". Ein Interview mit der Religionswissenschaftlerin Nina Frei aus Frauenfeld.

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