Veranstaltungsbericht: Tagung zum Thema "Islam-Debatten: Schweiz – Europa"

Die SGMOIK, die GRIS und das Berner Institut für Islamwissenschaft luden zur dreitägigen Konferenz zum Thema Islam-Debatten: Schweiz – Europa ein. An der Tagung sollte untersucht werden, auf welche Weise und mit welchen Folgen in der Schweiz und überhaupt in Westeuropa über ‹Islam› und ‹Muslime› debattiert wird.

Anne-Marie Holenstein: Religionen Potential oder GefahrBuchrezension: "Religionen - Potenzial oder Gefahr?" von Anne-Marie Holenstein

Welche Rolle spielt Religion in der Entwicklungszusammenarbeit? Wie kann mit den Potentialen und Risiken umgegangen werden? Diesen Fragen geht Anne-Marie Holenstein im Buch Religionen – Potential oder Gefahr? Religion und Spiritualität in Theorie und Praxis der Entwicklungszusammenarbeit nach. Der vorliegenden Publikation liegt ein mehrjähriges Forschungsprojekt zugrunde, welches die Autorin im Auftrag der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) durchgeführt hat. Als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Thema setzt die Autorin die "Tatsache, dass Religionen vitale kulturelle und politische Gestaltungskräfte sind". Trotz dieser wichtigen Rolle, die Religionen in gesellschaftlichen Entwicklungsprozessen wahrnehmen, sei der Umgang mit Religion – gerade in der Entwicklungszusammenarbeit – aber "zutiefst ambivalent".

Jean Renggli: RütlischwurDer Gründungsmythos als einende Geschichtskonstruktion

In der Schweiz besitzt die religiöse Ausrichtung für die nationale Identität heute laut einer Umfrage keine grosse Bedeutung. Das Meinungsforschungsinstitut Isopublic hat im Auftrag des Magazins Reader's Digest Schweizerinnen und Schweizer gefragt, was für sie die schweizerische Identität ausmache. Nur magere 3,5 Prozent der Befragten räumten der Religion eine ausschlaggebende identitätsstiftende Wirkung ein. Mit 35.5 und 34.4 Prozent liegen die gemeinsame Geschichte und die gemeinsamen Werte bei der Frage nach dem prägendsten nationalen Identifikationsmerkmal an erster und zweiter Stelle. Die Religion scheint hierzulande also nicht bestimmend für das Gefühl des Schweizerseins zu sein.

Macht der MedienVeranstaltungsbericht: Jahrestagung des EDA

Die diesjährige Jahreskonferenz des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten bot den vielen Besuchern aus aller Welt eine breite Palette von Informations- und Diskussionsmöglichkeiten an. Wurde am Vormittag durch verschiedene Referenten die allgemeine Problematik sowie mögliche Lösungsansätze des Zusammenlebens in pluralistischen Gesellschaften diskutiert, konnten sich die Gäste am Nachmittag in verschiedenen Podiumsdiskussionen einem spezifischen Thema widmen. Im Workshop Die Macht der Medien wurde der Frage nachgegangen, wie die Medien in einer durch religiöse und kulturelle Weltanschauungen geprägten Welt das Zusammenleben fördern können.

Wenn Reigionen und Weltbilder aufeinander treffenVeranstaltungsbericht: Jahreskonferenz EDA Politische Abteilung IV - Menschliche Sicherheit

"Wenn unterschiedliche Religionen und Weltbilder aufeinander treffen, sind Offenheit und Ideen gefragt, wie Spannung abgebaut und das friedliche Zusammenleben ermöglicht werden kann", so Claude Wild in seinem Einladungsschreiben zur Jahreskonferenz des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Im Stade de Suisse in Bern fanden sich gestern zu diesem Thema über 500 Gäste aus Medien, interessierten Kreisen, Organisationen und Institutionen zur ganztägigen Veranstaltung mit Podiumsdiskussionen und Workshops ein. Im Fokus der Diskussionen lag die erklärte Tatsache, dass mit der zunehmenden Globalisierung unterschiedliche Weltanschauungen aufeinander treffen und damit Konflikte entstehen können. Die Konferenz wollte im Austausch Problemfelder ansprechen und im Gespräch mögliche Konfliktlösungen aufzeigen.

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) befasst sich derzeit mit der Frage nach einer Revision seiner Verfassung. Diesbezüglich hat die SEK eine Studie zur Zukunft der Reformierten in Auftrag gegeben. Jörg Stolz und Edemée Ballif vom Institut L'Observatoire des religions en Suisse (ORS) der Universität Lausanne haben sich dieser Forschung angenommen – mit höchst brisanten Ergebnissen, die im noch unveröffentlichten Forschungsbericht "Die Zukunft der Reformierten" geschildert werden. Mit Blick auf diese Ergebnisse verfasste der Rat der SEK einen Bericht und Antrag an die Abgeordnetenversammlung  bezüglich der Teil- beziehungsweise Totalrevision seiner Verfassung.

Theo SchaadEin Gespräch mit Pfarrer Theo Schaad über die Zukunft der Evangelischen Kirchen der Schweiz

Die Evangelischen Kirchen der Schweiz stehen vor grossen Herausforderungen. Einer Umfeldanalyse zufolge verliert sie in den nächsten Jahrzehnten einen Grossteil ihrer Mitglieder. Der Geschäftsleiter des SEK, des Evangelischen Kirchenbunds, nimmt dazu Stellung.

Anne-Marie HolensteinVeranstaltungsbericht: Vortrag von Anne-Marie Holenstein vom 10. März 2010

Seit ihrer Lancierung nach dem Zweiten Weltkrieg spielen in der internationalen Entwicklungspolitik Religion und Spiritualität nur eine marginale Rolle. Die 'Unterentwicklung' der Länder im Süden wurde als Rückstand auf einer Stufenleiter aufgefasst, deren oberste Plätze durch die 'entwickelten' Länder in Westeuropa und Nordamerika eingenommen wurden. Wirtschaftswachstum sollte den 'unterentwickelten' Gebieten helfen, diesen Rückstand aufzuholen. Dieses Modell ging von einer Entwicklung aus, die sich auf der Basis der technologisch-industriellen Produktion entwickelt. Religiöse oder spirituelle Fragen fanden in dieser Konzeption keinen Platz.


Haus der Religionen ©Simon Gaus
In den letzten Jahrzehnten sind in der Schweiz sowohl auf nationaler als auch regionaler und lokaler Ebene etliche Institutionen und Projekte initiiert worden, die sich dem interreligiösen Dialog widmen. Wie erwähnt geht weitaus der grösste Teil davon auf die Initiative von christlichen Kirchen oder von kirchlich engagierten Personen zurück und werden von diesen getragen. Im folgenden sollen beispielhaft einige Organisationen, Aktivitäten und Angebote vorgestellt werden.

©Simon GausZiele des interreligiösen Dialogs

Als ein Hauptziel des interreligiösen Dialogs kann die Förderung eines friedlichen Zusammenlebens in einer religiös heterogenen Gesellschaft genannt werden. Viele der Initiativen und Aktivitäten von interreligiösen Organisationen haben sich zum Ziel gesetzt, Begegnung gezielt zu fördern und damit Vertrauen zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften zu schaffen, Vorurteile abzubauen und zu einem besseren Verständnis füreinander und zu gegenseitigem Respekt beizutragen.

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