Steffen Führding & Peter Antes (Hg.): Sakularitat in religionswissenschaftlicher PerspektiveBuchrezension: "Säkularität in religionswissenschaftlicher Perspektive" von Steffen Führding und Peter Antes (Hg.)

Der von Steffen Führding und Peter Antes herausgegebene Sammelband „Säkularität in religionswissenschaftlicher Perspektive“ ist ein aktueller Beitrag zur religionswissenschaftlichen Erforschung der religiösen «Nones». Ausgehend von der These einer religiösen Pluralisierung konstatieren die Herausgeber in ihrem Vorwort, dass die Zahl der Religionslosen und Konfessionsfreien in Westeuropa stetig wachse. Gleichzeitig gebe es eine "Sprachlosigkeit" zwischen Säkularen und Religiösen zu beobachten, die das Potential habe, für den demokratischen Verfassungsstaat problematisch zu werden (Habermas). Der Band verfolge die Absicht, "Säkularität und säkulare Weltdeutungen in das Blickfeld religionswissenschaftlicher Forschung [zu] rücken […] und damit ein ebenso neues wie wichtiges Forschungsfeld für die Religionswissenschaft [zu] öffnen" (S. 8).

Martin RiesenbrodtVeranstaltungsbericht: Vortrag von Prof. Dr. Martin Riesebrodt an der Universität Zürich am 14. Mai 2013

Die Universität Zürich durfte am 14.5.13 einen der bekanntesten Religionssoziologen der Gegenwart willkommen heissen. Im Rahmen einer Masterveranstaltung des Zentrums für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) wurde Prof. Dr. Martin Riesebrodt eingeladen, um einen öffentlichen Vortrag über Religion zu halten. Seine Rede transformierte nicht nur zunächst banal erscheinende Ansätze in bedeutende Theorien, sondern galt auch regelrecht als ein Plädoyer für den allgemeinen Religionsbegriff – zum Trotz aller Skepsis.

Was ist Religion?

Der Begriff 'Religion' ist ein westliches Produkt und muss deshalb aufgegeben werden. Er wurde in der Kolonialzeit durch die politische Interessenlage des Westens verformt und zur Kategorisierung fremder, meist als primitiv empfundener Gesellschaften sowie zur Rechtfertigung der eigenen Macht benutzt – so die Meinung einiger Wissenschaftler. Es stellt sich dabei aber die Frage, wovon denn nun stattdessen die Rede sein soll: Diskurs, Weltbild oder doch Tradition? Eine bessere Alternative zum Religionsbegriff scheint nie gefunden worden zu sein. Sollte er also trotzdem beibehalten werden, wie ist er dann zu rechtfertigen?

Janina Karolewski; Nadja Miczek; Christof Zotter (Hg.): RitualdesignBuchrezension: Ritualdesign von Janina Karolewski, Nadja Miczek, Christof Zotter (Hg.)

Rituale unterstehen ständigen dynamischen Prozessen: Sie werden "verändert, angepasst, ergänzt, transferiert, neu eingeführt, abgeschafft, ausgedehnt oder verkürzt." In diesem Zusammenhang entstand auch der Begriff 'Ritualdesign', wobei noch kein Konsens zur konkreten Verwendung oder zur Definition des neologistischen Begriffs gefunden werden konnte. Eine Möglichkeit zur Begriffsklärung bietet der Religionswissenschaftler Gregor Ahn, welcher als Kriterium für Ritualdesign die Intention des Ritualgestalters voraussetzt: Ein Akteur modifiziert unter expliziten Intentionen ein Ritual- und schafft somit ein Ritualdesign.

Veranstaltungsbericht:  Tagung „Religion und gesellschaftliche Integration in Europa“, Luzern, 14.-16. Juni 2012

Religion und gesellschaftliche Integration in Europa, REGIE

Religion und Integration – zwei vermeintlich unterschiedliche Dinge, führen in der heutigen Zeit auch in der Schweiz immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Diskussionen. Doch was ist eigentlich Integration? Kann Religion integrationsfördernd bzw. hindernd sein? Was sind die rechtlichen Rahmenbedingungen in Europa für die Integration andersgläubiger Zuwanderer? – Diese und viele weitere Fragen waren Thema der dreitägigen Tagung des Luzerner Forschungsschwerpunktes „Religion und gesellschaftliche Integration in Europa“, kurz: REGIE.

Gregor Ahn, Nadja Miczek & Katja Rakow: Diesseits, Jenseits und dazwischen?Buchrezension:  "Diesseits, Jenseits und Dazwischen?" von Gregor Ahn, Nadja Miczek und Katja Rakow (Hg.)

Normalerweise, und damit sind vor allem wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Lebensende gemeint, werden hauptsächlich zwei Kategorien genannt: das Lebendige und das Tote – als zwei sich entgegengesetzte, sich in Gegenteilen beschreibende Welten, die im Kreislauf des Lebens beinhaltet sind. Aus spirituell-religiösen Traditionen heraus kennen wir vielfach aber auch das "Dazwischen", die Grauschattierung zwischen Leben und dem endgültigen Zustand des Todes; sie scheint die Hauptrolle zu spielen in dem vorliegenden Buch über Vorstellungen postmortaler Zustände. Was allerdings in diesem Dazwischen passiert, wird je nach Tradition und religiöser Prägung anders verstanden; oder davon gänzlich gelöst, als Erscheinung zeitgenössisch-kultureller Phänomene gedeutet.

Norbert Balz & Esthert Girsberger: Die Rückkehr der ReligionBuchrezension: "Rückkehr der Religion. Warum Glauben Hochkonjunktur hat" von Norbert Balz und Esther Girsberger

Das Gottlieb Duttweiler Institut, benannt nach seinem Gründer, bezeichnet sich selbst als eine Institution der „freien Forschung“ im Bereich Wirtschaft und Gesellschaft. Im Zentrum der jeweiligen Studien stehen der Mensch und seine kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung in der Zukunft, womit die Studie zur Rückkehr der Religion die modernen Variationen und Erscheinungen von 'religiösen' Phänomenen thematisiert.

Judith Könemann & Georg Vischer: Interreligiser Dialog in der SchweizBuchrezension: "Interreligiöser Dialog in der Schweiz" von Judith Könemann und Georg Vischer (Hg.)

 

Dass der interreligiöse Dialog einen festen Teil im gesellschaftlichen Alltag der Schweiz bildet, will eine neue Publikation betonen: Interreligiöser Dialog in der Schweiz. Grundlagen - Brennpunkte - Praxis gemeinsam herausgegeben von Judith Könemann, Leiterin des Schweizerischen Pastoralsoziologischen Instituts St. Gallen (SPI) und Georg Vischer, Präsident der Interreligiösen Arbeitsgemeinschaft der Schweiz (IRAS COTIS). Deren neues Handbuch versucht eine Gesamtschau des interreligiösen Dialogs in der Schweiz.

Adrian Loretan, Quirin Weber und Alexander Morawa: Freiheit und ReligionBuchrezension: "Freiheit und Religion" von Adrian Loretan, Quirin Weber und Alexander H.E. Morawa

Immer mehr islamische Gemeinschaften in der Schweiz suchen die öffentlich-rechtliche Anerkennung und wünschen sich den gleichen Status wie die Landeskirchen. Im Buch Freiheit und Religion gehen drei Autoren der Universität Luzern der Frage nach, ob islamischen Gemeinschaften dieser Weg grundsätzlich offen steht.

Adrian Loretan, Quirin Weber und Alexader Morawa:Freiheit und ReligionBuchrezension: "Freiheit und Religion" von Adrian Loretan, Quirin Weber und Alexander H. E. Morawa

In der Schweiz leben rund 433.000 Personen, die einer islamischen Glaubensgemeinschaft angehören (Stand 2012). Es gibt eine wachsende Anzahl Buddhisten, Hindus und Aleviten. Wie können diese Glaubensgemeinschaften ihre Beziehung zum Staat regeln? Sollen sie, wie die etablierten Landeskirchen, eine öffentlich-rechtliche Anerkennung anstreben? Eine Autorengruppe um Adrian Loretan, Professor für Kirchenrecht und Staatskirchenrecht der Universität Luzern, legt nun eine Arbeit vor, die eben dieses Thema behandelt: „Freiheit und Religion – Die Anerkennung weiterer Religionsgemeinschaften in der Schweiz“ ist eine Studie zur Anerkennung von weiteren – in erster Linie islamischen – Religionsgemeinschaften in der Schweiz.

Menschenrechte und MigrationVeranstaltungsbericht: 8. Internationales Menschenrechtsforum in Luzern

Am 24. und 25. Mai fand in Luzern das 8. Internationale Menschenrechtsforum statt. Der Schwerpunkt in diesem Jahr lag bei "Menschenrecht und Migration". An beiden Tagen begann die Veranstaltung mit der Begrüssung durch die beiden Gründungsväter Thomas und Peter Kirchschläger sowie Vertretern der Luzerner Regierung, worauf anschliessend Vorträge zu nationalen Themen wie die Kampagne zum Nothilferegime oder der Beitrag von Unternehmen zum Einhalten der Menschenrechte folgten. Nachmittags fanden Workshops zu Themenbereichen wie Philosophie, Recht aber auch Diskriminierung an Schulen statt, welche von Expertenpanels umrahmt wurden. Diese betrafen Themen wie die Integration an Schulen oder den Umgang mit der Begrifflichkeit der Migrantinnen und Migranten.

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