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In der Blog-Rubrik von religion.ch soll für jede Stimme - ob religiös oder nicht-religiös - Platz gefunden werden. Persönlichkeiten unterschiedlichster religiöser Herkunft aus verschiedenen Regionen der Schweiz äussern auf ihre persönliche Art und Weise ihre Gedanken, Meinungen, Erfahrungen oder Problemstellungen der heutigen Gesellschaft in Bezug auf Religion.

"Ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht"

Besuch nach einem Raub„Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen" (Lk 25,30). Einen dieser Räuber besuche ich im Gefängnis. Nehmen wir an, dass er kurz nach seiner Tat verhaftet worden ist. Unterstellen wir, dass er...
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Kinder in Sekten, Marienkäfer und weitere Identitätskrisen

Ich bin in einer Sekte aufgewachsen. Also gegen meinen Willen darin gelandet. Einem Weg gefolgt, den ich mir nicht selbst ausgesucht habe. So wie ganz viele mir bekannte Betroffene. Sie sind in einem religiösen oder politischen Umfeld aufgewachsen, welches keine Selbstentfaltung erlaubte. Stattdessen wurde strikte Anpassung gefordert.Wenn wir uns s...
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Buchrezension: Ulrich Luz, Theologische Hermeneutik des Neuen Testaments, Neukirchen 2014

Ein führender Exeget – für Matthäus setzt sein Kommentar das Maß – legt eine Theologische Hermeneutik vor. Er wagt sich in ein Schlachtfeld: Ist die Bibel historisch oder psychologisch zu verstehen? Geht es um die Aussage des Textes, jene des Autors – oder um die Reaktion des Lesers?
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21. Dezember 2012 - Individuelle Entwicklung statt kollektiver Untergang!

Spätestens seit dem Hollywood Weltuntergangs Streifen '2012' weiß es jeder: Gemäß dem Maya-Kalender geht die Welt am 21. Dezmeber 2012 unter! Das ist ja schon sehr bald.Im Internet findet man Unmengen von Informationen zu diesem Thema. Entsprechende Internet-Seiten bieten neben dem sekundengenauen Countdown zum Tag X auch gleich den Online 'Surviva...
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Reden? Mit den Christen?

Man kann den Eindruck haben, die Christen seien unrettbar an vereinnahmende Kommunikation gebunden. Glauben sie nicht, die Wahrheit zu kennen, so dass sie aus dem Besserwissen gar nicht herausfinden können?
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Wie soll ich leben?

Ein Phänomen: da verkauft einer über 300 Bücher, Auflage mal eben 15 Millionen, zum christlichen Umgang mit sich selbst, in mehr als 30 Sprachen übersetzt, weiss wikipedia. Derzeit einer der meistgelesenen Autoren deutscher Sprache und weltweit einer der erfolgreichsten spirituellen Schriftsteller. Und eine ganze theologische Wissenschaft reagiert einfach nicht darauf. Behandelt ihn wie Luft. Die Lehrbücher der christlichen Ethik erwähnen ihn gar nicht, sogar dann nicht, wenn sie viele hundert Seiten Platz haben. Muss man vom Fach sein um zu sehen, dass hier etwas nicht stimmt?
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Schweizer Hindu-Priester

Auf meinen jährlichen Indienreisen erlebe ich immer wieder spannende Begegnungen mit Einheimischen, die unglaublich fasziniert sind, dass da ein `weisser Elefant`(ein Westler) ihre Kultur lebt. Ich kann mich gut erinnern, wie ich in Risikesh, am Fusse des Himalayas, aus dem heiligen Wasser des Ganges stieg und bemerkte, wie mich ein älterer indisch...
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Streben nach Erfolg - Gift für eine christliche Identität

Derzeit übersetze ich das Buch des Bischofs von Poitiers, Albert Rouet. J'aimerais vous dire, ich möchte gern mit Ihnen reden, Montrouge 2009, in Frankreich einige Zehntausendmal verkauft. In all der Erstarrung der katholischen Kirche ist es immer wieder erstaunlich, dass die wachen Geister zwar selten werden, aber offenbar doch nicht ganz aussterben wollen. Rouet ist so ein Wacher - auf der Höhe der Zeit, soziologisch, psychologisch, kommunikativ gebildet, ein Kenner der Heiligen Schrift und der Kirchenväter. Und mit Humor. Kostprobe gefällig? Vor einigen Jahren treffe ich eine Zweitklässlerin, 12 Jahre alt, was auf die Zahl der wiederholten Schuljahre schliessen lässt. Was sie denn beschäftige? Sie erzählt von der Schule. Aber noch bevor ich ein aufmunterndes Wort loswerden kann: „So oder so, die Schule ist für mich gelaufen." „Aber es liegen doch noch vier Jahre Schulpflicht vor Dir!" „Schon, aber das alles interessiert mich nicht!" Das Gespräch zeigt etwas Wichtiges. Man wollte ihr etwas weitergeben, etwas beibringen, innerhalb des gegebenen Rahmens. Aber schlussendlich machen wir das nur, um uns selbst zu bestätigen. Wonach sehnte sich das Mädchen? In welcher familiären Situation befand sie sich? Konnte sie zu Hause überhaupt lernen? Lauter Fragen, die niemand stellte, oder niemand zu stellen fertigbrachte. Dann bewegt man sich völlig im abstrakten Raum. Man gibt Wissen weiter, man spricht wahre Dinge aus - und fühlt sich durch diese Arbeit irgendwie bestätigt. Man hat ja seine Pflicht getan. Man wird ja schliesslich dafür bezahlt! Aber wo die andere wirklich steht, nimmt man gar nicht wahr - während Jesus das ständig tut, gegenüber der Samaritanerin zum Beispiel (Joh 4). Er lässt sie über ihre Lage sprechen. Er spricht mit ihr und stützt sich auf die Aussagen, die sie beiträgt. Die Geschichte des Mädchens und die Kommunikation Jesu mit der Samaritanerin zeigen, dass die Arbeit noch nicht gemacht ist, wenn bloss die Ware verteilt ist, und sei sie noch so wertvoll. Ein Grundsatz des Christentums lautet, dass Gott, der uns ohne uns geschaffen hat, uns nicht ohne uns retten wird. Aber wie wirken die Leute, die wir heute ansprechen, an dieser Rettung mit? Das Erziehungssystem hat wahrscheinlich der Lehrerin nicht erlaubt, nach der Sehnsucht des Mädchens zu suchen. Irgendeine Sehnsucht trug sie bestimmt in sich. Gerecht wäre ihr geworden, wer ihr den Unterricht als mögliche Antwort auf ihr Sehnen vorgestellt hätte. Matthäus lässt das Wirken Jesu mit den Seligpreisungen beginnen, und Christus, so Bossuet, ist gekommen, um uns zu lehren, wie wir glücklich sein können. Wenn man nicht bei dieser Sehnsucht nach Glück ansetzt, bei diesem Sehnen nach Begegnung und Anerkennung, wie will man dann den anderen erreichen? Dann berührt man die Frage nach Identität gar nicht, dann geht es nur um Ertrag, Ergebnisse, Statistik. Wenn man dagegen seine Zeit und Sorgfalt einsetzt, um das Sehnen des anderen kennenzulernen und anzunehmen, auch sein eigenes Sehnen durchscheinen zu lassen, mag es auch lange dauern und langsam vorangehen, dann bewegt man sich innerhalb der christlichen Identität. Sie schliesst Anerkennung und Respekt ein und verlangt eben nicht vom anderen, er möge endlich aufhören, anders zu sein. Christliche Identität ist eine Identität der Beziehung. Ich finde diesen herausfordernden Satz im Galaterbrief (4,12): „Werdet wie ich, denn auch ich bin geworden wir ihr." Das ist christliche Identität: eine Antwort kann man nur erwarten, wenn man sich verletzbar gemacht hat, wenn man selbst der Einsatz ist, und nicht wenn man einfach sagt, was man zu sagen hat. Es kommt auf die Ähnlichkeit der Lebensform und der Sorgen und Nöte an. Mit anderen Worten: in dem Masse wir uns nicht von Rentabilität und Erfolg lösen, verlieren wir Christen unsere Identität. Die Worte Erfolg und Scheitern kommen ja in den Evangelien gar nicht vor! Und auf welcher Grundlage wollten wir eigentlich unsere sogenannten Erfolge bilanzieren? Auf der Grundlage von Zahlen, wie jeder beliebige Betrieb dieser Welt? Wenn man aber Erfolg verzichtet und einfach versucht, Beziehungen zu mischen, Salz in der Suppe zu sein; wenn man seine Identität verliert - das ist wahrscheinlich unser Kreuz - genau dann aufersteht diese Identität, als Identität der Begegnung mit dem lebendigen Anderen. Soweit Rouet ... Mir scheint eben, dass die eigentliche Alternative heute ist, ob wir uns in der Logik des Etwas, der Leistung, des Funktionierens, des Objektiven verstehen ... oder in der Logik des Jemand, der Beziehung, des Qualitativen. Ich finde, Rouet schärft das am konkreten Beispiel gut an. Wir Christen glauben ja, dass der Mensch Beziehungswesen, Person ist, und damit ist klar, auf welche Seite wir gehören!
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Im Benediktinerkloster

Ein grosses Ja, das durch mich hindurch will. Leise. Beharrlich. In jedem Gebet aufs Neue. Vor allem am Morgen, wenn ich mich nicht wehren kann. 5.15 Uhr Aufstehen: keine Kunst, die Tage enden auch früh. Eine halbe Stunde Schweigen mit den älteren Mönchen, eine sehr besondere Atmosphäre. Kostbare Momente. Dann die Psalmen von Vigil und Laudes, monoton, noch keine Melodien, Sprechgesang.
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Der Geist - und nicht die äussere Form

Eine Identität zu haben, ist mit dem Blick des Anderen unlösbar verwoben. Wie der Andere mich anschaut, gehört zu mir. Immerhin können wir etwas wählen, welchen Blick wir an uns heranlassen. Ich habe einen interessanten Blick auf die katholische Kirche von Ulrich Hemel, 53, Unternehmer und Theologieprofessor, gefunden. Er hat für die Boston Consulting Group gearbeitet und war Vorstandsvorsitzender der Hartmann AG. Mir gefällt vor allem, dass der Geist, nicht die die äussere Form, im Vordergrund steht. Offenbar ist ein statischer Wahrheitsbegriff das Kernproblem.
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Geburtstag im Licht der Wiedergeburt

Kürzlich hatte ich Geburtstag. Für mich ein Tag der Reflektion. Ein Tag, an welchem ich mir Gedanken über meine Prioritäten und Ziele im Leben mache. Natürlich gibt es auch bei uns im Tempel einen Geburtstagskuchen und auch wir singen Happy Birthday. Doch wünschen wir uns: Mögest du nicht wieder geboren werden!Vor 33 Jahren hab ich das Licht der We...
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