×

Fehler

[OSMyLicensesManager] Alledia framework not found
[OSYouTube] Alledia framework not found

Philipp Höhener

Zurück auf "Start"

Philipp-Hohener-I

03.Dezember 2018. Gerade kaufte ich mir die Dezember-Ausgabe 2018 des Monatsmagazin der NZZ, das "NZZ Folio". 21 Personen verschiedener Jahrgänge schildern in mehreren Protokollen ihre Kindheit, darunter auch ich. Erneut bekam ich die Gelegenheit, Erlebtes zu schildern und mit der Öffentlichkeit zu teilen. Weshalb an dieser Stelle nun nicht der nächste Blog - Beitrag zur Thematik der "Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit erscheint, will ich hier kurz erläutern.

Schon seit einigen Tagen wuchs in mir der Gedanke, meinen Fokus primär auf die Veröffentlichung eines Buchs zu setzen. Ich kann mir zudem gut vorstellen, dass es meiner Leserschaft in den vorderen Beiträgen schwergefallen ist nachzuvollziehen, weshalb ich sehr viele Aussagen und Zitate mehrheitlich für sich habe sprechen lassen. In einem Buch steht mir viel mehr Platz zur Verfügung, um Interessierte besser an die Thematik heranzuführen und es für sie dann verständlicher zu machen, weshalb für mich oft Gegenüberstellungen von Aussagen am wirksamsten scheinen.


In den letzten Jahren stellte ich in persönlichen Gesprächen immer wieder fest, dass die Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten eher weniger bekannt ist. Über die Gründe, weshalb dies so ist, kann spekuliert werden. Es ist mein Anliegen, dies zu ändern und über die Kirche vor allem aus meiner heutigen Perspektive zu sprechen. Interessierte an meiner Biographie und meinem religiösen Hintergrund dürfen wissen, aus welcher protestantischen "Erweckungsbewegung" im 19.Jahrhundert in den USA, die Kirche der Siebenten-Tags Adventisten hervorging. Noch lange nach meiner Geburt 1978 nannte sich diese Kirche in der Schweiz nicht "Freikirche", sondern "Gemeinschaft der Siebenten-Tags Adventisten". Die Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten ist weder aus meiner früheren noch aus meiner heutigen Perspektive eine völlig unbedeutende Freikirche: Der religiös-politische, aber auch gesellschaftliche Einfluss, im speziellen ihrer Kirchenleitung, ist weltweit riesig! 


Ein kleiner Vorgeschmack...


Wie die von Charles Taze Russell 1881 gegründete "Bibelforscherbewegung", heute besser bekannt als "Zeugen Jehovas", ging die Gemeinschaft der Siebenten-Tags Adventisten aus der „Millerbewegung" (William Miller, Baptistischer Prediger) im 19.Jahrhundert in den USA hervor. Zu Beginn zählte sie 3.500, heute sind es mehr als 20 Millionen getaufte Vollmitglieder. Ungetaufte oder Kinder adventistischer Eltern zählen nicht zu den Mitgliedern. Adventisten sind heute in mehr als 200 Ländern tätig und versammeln sich in über 80.000 lokalen Gemeinden weltweit. Laut Angaben des Adventistischen Pressedienst betrug die Höhe der Spendengelder (Zehnten) im Jahr 2014 bei damals 18.5 Millionen Mitgliedern 2,396 Milliarden US-Dollar. Über 260.000 Angestellte sind unter anderem in 60 Verlagshäusern, bei etwas mehr als 480 Fernsehsender und über 1000 Radiostationen weltweit beschäftigt. Adventistische Literatur erscheint regelmässig in mehr als 370 Sprachen. Die Kirche unterhält Krankenhäuser und Sanatorien, Kliniken und Sanitätsstationen. Weltweit gibt es mehr als 8.000 adventistische Schulen. Die Kirche unterhält zudem das internationale Hilfswerk ADRA (Adventist Development and Relief Agency).


Über meine Motivation ein Buch zu schreiben...


Etwa eineinhalb Jahre nach meinem Kirchenaustritt sah und hörte ich in einer Fernsehsendung mehrere aus unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften ausgetretene Mitglieder. Gesprochen wurde damals über die "Zwölf Stämme", die "Licht-Oase", die "Zeugen Jehovas" und über Scientology. Über letztere sprach sogar die ausgestiegene Nichte des aktuellen Scientology-Führers. "Was für einen unglaublichen Mut diese Frau hat, ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit zu teilen", so mein erster Gedanke. Andererseits konnte ich sie aufgrund meiner eigenen Erfahrungen innerhalb der Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten und nun als Aussteiger nur zu gut verstehen. Es ist schwer zu beschreiben, aber ich spürte innerlich zunehmend das Bedürfnis mich wie diese Aussteiger der Öffentlichkeit mitzuteilen und eine Gegendarstellung dessen zu veröffentlichen, was die Kirche über sich selbst gegen Aussen vertritt. Was am 13.Dezember 2013 auf der Online-Plattform des adventistischen Advent-Verlags Lüneburg über die Kirche der Scientology gesagt wurde, ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert: "Die Organisation gibt vor, den einzigen Weg für das Überleben der Menschheit zu wissen. Sie lädt unter anderem zu kostenpflichtigen Dianetik-Kursen ein, mit denen sich Menschen vervollkommnen sollen. Weltanschauungs-Experten halten Scientology für ein verkapptes Wirtschaftsunternehmen, das seine Mitglieder in psychische Abhängigkeit bringe und ausbeute." Ob etwa in Zeitschriften von Scientology dasselbe über die "Seventh-Day Adventist Church" gesagt wird? Welche Kriterien müssten erfüllt sein, um auch diese Kirche für ein verkapptes Wirtschaftsunternehmen zu halten, welches seine Mitglieder in psychische Abhängigkeit bringt und ausbeutet? Vielleicht wird mein Buch diesbezüglich ein paar Antworten bieten. Vielleicht werden aber auch andere Inhalte Fragen aufwerfen, welchen sie sich noch nie gestellt haben.


Ich hoffe, beim nächsten Mal hier auf religion.ch sagen zu können, dass mein Buch nun veröffentlicht wurde. Noch ist es aber leider nicht soweit…


Bis bald,

Philipp Höhener

Der Film am Zeitpunkt des Todes
Befreiung ist das Ziel

Kontakt

Andrea Zimmermann
Projektleitung
info(at)religion.ch

Rebekka Khaliefi
Redaktionsleitung
redaktion(at)religion.ch

Marco Messina
Verantwortlicher Blogs
blog(at)religion.ch

Karin Mykytjuk
Koordinatorin
WissensWert Religionen
3000 Bern

Vermerk «religion.ch»
CH69 0900 0000 6069 3663 4