Krishna Premarupa das

Parsadam - Die Kraft geweihter Speise!

An den diesjährigen Basler Bewusstseins-Tagen boten wir an unserem Stand für vedische Kultur neben Büchern und Gebetsketten auch vegetarische Snacks an. Die frisch zubereiteten Samosas (Gemüseteigtaschen) liefen wie `warme Weggli`. Konstant lobten die Besucher unsere Kochkünste. Das Geheimnis des besonderen Geschmacks liegt jedoch nicht so sehr an den indischen Gewürzen wie Koriander, Methi oder Kreuzkümmel, sondern viel mehr an der Prise Bhakti, der Hingabe und der Liebe mit der die Gerichte zubereitet wurden. In der hinduistischen Kultur weiss man: Das Bewusstsein des Kochs geht in die Nahrung ein und beeinflusst denjenigen, der davon isst.

Ein Priester war bei einer Familie zum Essen eingeladen. Zuhause bemerkte er, dass er einen Silberlöffel eingesteckt hatte..! Wie konnte das nur geschehen, ich stehle doch sonst nicht!, dachte der Priester. Am nächsten Tag entschuldigte er sich bei seinem Gastgeber und gab den Silberlöffel beschämt zurück. Bevor er weiterzog, fragte er aber noch:" Wer hat denn gestern Abend gekocht?"- „Na ja", meinte der Hausherr, „meine Frau war muci (unrein) und konnte nicht kochen, so stellten wir einen Koch vom Markt an." Als der Priester diesen Berufskoch zur Rede stellte und ihn fragte, wo er sein Bewusstsein während dem Kochen hatte, gab dieser zu: „Ich dachte darüber nach, wie ich dieses wertvolle Silberbesteck stehlen könnte!" Moral der Geschichte: Das Bewusstsein des Kochs ging in die Nahrung ein und beeinflusste den Priester! Dies ist ein Beispiel für eine negative Beinflussung. Wenn nun aber mit Liebe gekocht wird, ist auch dies spürbar.

Das ist der Grund weshalb Grosis Apfelkuchen am besten schmeckt, denn niemand anders backt mit soviel Liebe wie sie.

Bei uns im Tempel wird zur Freude Krishnas gekocht, dem die Speisen mit Gebeten feierlich dargebracht werden. Während dem Kochen wird nichts gekostet, auch nicht zum Abschmecken; Krishna soll der erste sein, der die Speisen geniesst. Diese geweihte Nahrung nennt man Prasadam, was soviel wie `die Barmherzigkeit Gottes` bedeutet. Mit viel Freude und Respekt werden diese spiritualisierten Speisen dann von den Gläubigen gegessen, wodurch auch die Barmherzigkeit entgegen genommen wird.

Besonders bekannt für Prasadam ist Jagannatha Puri, ein heiliger Ort in Nordindien an der Ostküste. Dieser Jahrtausende alte Tempel besitzt die Kapazität, täglich rund 100`000 Pilgerer zu verpflegen! Die über 5000 Köche sind alle Priester, die während dem Kochen ständig heilige Mantras rezitieren.

Unmöglicher Kirchenaustritt
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