Joe M.

Lustige Geschichten?

Im Religionsunterricht gab es für gewöhnlich nicht viel zu lachen. Die Bibelstunde mit ihrer Gewaltverherrlichung und dem Glorifizieren der Verbrechen alter Völker im Namen Gottes fand ich zwar schaurig-unterhaltsam, aber nicht wirklich lustig. Die sogenannten Glaubenswahrheiten der katholischen Dogmatik, die uns im späteren Katechismus-Unterricht als „Salz der Erde" vermittelt wurden, liessen sich nur schwer mit meinem Verstand in Einklang bringen. Ich kann mich aber gut an eine Bibelepisode erinnern, die im Schulzimmer für fröhliches Lachen und aufgeregtes Tuscheln sorgte. Es handelte sich hierbei um den biblischen Schöpfungsmythos mit der Kernaussage, Gott habe die Welt in sechs aufeinanderfolgenden Tagen erschaffen. Die ganze Welt entstand in nur einer Woche?

Diese Auffassung liess selbst vertrauensselige Kinder vom Lande kopfschüttelnd schmunzeln. Unser Lehrer versuchte uns zu erklären, die sechs Tage könnten symbolisch gemeint sein und es dauerte möglicherweise doch länger - vielleicht sechs Jahre oder gar sechs Zeitalter. Als weitere, unfreiwillig komische Darlegung entpuppte sich die biblische Umschreibung der Hölle als ein Ort, wo Heulen und Zähneknirschen herrschen soll. Ich stellte mir damals als Schüler unter Heulen und Zähneklappern eher etwas Schalkhaftes, Lustiges vor - keinesfalls aber die erbarmungslose Grausamkeit von Höllenqualen und ewiger Verdammnis.

Schauen wir uns doch mal die Schöpfungsgeschichte aus dem Religionsunterricht etwas näher an. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde". Gott befand sich also zunächst im allgemeinen Nichts, wo er sich vermutlich sehr langweilte. Da es für Gott eine Kleinigkeit war, aus dem Nichts Welten hervorzuzaubern, schuf er „Himmel und Erde". Später bastelte er „Sonne, Mond und Sterne". Nun hat man ja längst festgestellt, dass die Erde weder Mittelpunkt des Universums ist, noch überhaupt zu existieren vermochte, bevor die Sonne, um welche sie sich dreht, da war. Es ist also Unsinn, von Sonne, Mond und Sternen und daneben von der Erde zu reden, als ob dieselbe, verglichen mit Ersteren, etwas ganz Spezielles wäre. Heute wissen wir, dass die Sonne auch nur ein Stern, die Erde aber ein Trabant der Sonne, der Mond sozusagen ein Untertrabant der Erde ist und - verglichen mit dem Weltganzen - keine hervorragende Rolle spielt.

Doch, was hat sich Gott um Astronomie und Wissenschaft zu kümmern? Er macht was er will. Aus diesem Grunde hat er nach seiner Erdenfabrikation zuerst das Licht und hernach die Sonne gemacht. Heutzutage kann jedes Kind einsehen, dass ohne Sonne auf der Erde kein Licht sein kann. Aber Gott, hmm! ist ja das Licht.
Die „Schöpfung" war so weit ganz gut gelungen, aber es war immer noch kein rechtes Leben in der Bude. Daher machte Gott endlich den Menschen. Er wich dabei merkwürdigerweise ganz von seiner zuvor angewandten Praxis ab. Statt Adam durch ein einfaches „Es werde!" zu erschaffen, nahm er ganz prosaisch einen Lehmkloss zur Hand, modellierte daraus „nach seinem Ebenbilde" eine Mannesfigur und „blies derselben eine Seele ein."

Da Gott weise, gütig und gerecht ist, leuchtete ihm ein, dass Adam sich allein ungemein langweilen dürfte. Und so erzeugte er denn eine ganz nette, reizende Eva. Die Bearbeitung von Lehmklössen schien ihm bei einer Frau nicht mehr die richtige Herstellungsmethode zu sein. So riss er Adam eine Rippe aus und verwandelte dieselbe - Schwuppdiwupp - in ein niedliches, weibliches Wesen. Ob die herausgenommene Rippe Adam später wieder ersetzt wurde, verschweigt uns das „Buch der Bücher".

Versuchen wir jetzt noch herauszufinden, was es mit dem „Heulen und Zähneknirschen" auf sich hat. Gott lässt also nicht mit sich spassen. Ob seine Erzählungen wissenschaftlich klingen oder sich wie Märchen anhören: Er befiehlt, dass man daran glaube. Falls nicht, lässt er es geschehen, dass einen der Teufel holt. In der Hölle herrscht ja nicht nur beständiges Heulen und Zähneklappern, sondern es brennt auch ein ewiges Feuer, es nagt ein unermüdlicher Wurm und es stinkt heillos nach Pech und Schwefel. Alledem soll ein Mensch, der auf Erden begraben wurde, im Jenseits ohne Leib ausgesetzt werden. Es schmort sein Fleisch, das er nicht mehr bei sich hat, er knirscht mit den längst ausgefallenen Zähnen, er heult ohne Hals und Lunge, seine in Staub zerfallenen Knochen benagt der Wurm, er riecht ohne Nase - und das auf ewiglich. Eine verteufelte Geschichte.

Verlassen wir nun die religiösen Mythen und wenden uns der Forschung und Wissenschaft zu. Vielleicht wussten Sie es noch nicht, aber Sie sind absolut faszinierend. Ohne es zu ahnen, tragen Sie eine unvorstellbare Datenmenge in sich, die eine gigantische Bibliothek füllen würde. Wer auch immer Sie sind, wo auch immer Sie herkommen, wie auch immer Sie aussehen, man kann aus ihnen das Geheimnis ihrer Entstehung auf diesem Planeten ablesen. Das glauben Sie nicht? Nun, hier kommen Personen zu Wort, die davon überzeugt sind. Einige der erfahrensten Genetiker und Archäologen werden ihnen diese Geschichte erzählen - ihre Geschichte. Eine Geschichte, die ihnen in der Schule nicht vermittelt wurde.

Lesen Sie im PDF ihre Geschichte.

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