Krishna Premarupa das

Handy versus Heilige Schrift

Was haben Mobiltelefone mit heiligen Schriften gemeinsam? Kürzlich hatte mir ein Freund einige Fragen zur Selbstreflexion zugesandt (welche am Ende dieses Textes aufgeführt sind). Ich fand die Fragen ganz amüsant und auch sehr anregend...

„Ein Herr, der vor ihnen auf dem Trottoir langfuhr, trat plötzlich aufs Pflaster, zog einen Telefonhörer aus der Manteltasche, sprach eine Nummer hinein und rief: ‚Gertrud, hör mal, ich komme heute eine Stunde später zum Mittagessen. Ich will vorher noch ins Laboratorium. Wiedersehen, Schatz!' Dann steckte er sein Taschentelefon wieder weg, trat aufs laufende Band, las in einem Buch und fuhr seiner Wege." –aus Erich Kästners Kinderbuch `Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee` aus dem Jahr 1932. Was damals ziemlich futuristisch erschien, ist mittlerweilen Alltag. Wer könnte sich heute noch ein Leben ohne Handy vorstellen?!

Ich selbst war jemand, der niemals ein Handy besitzen wollte, schon gar nicht nachdem ich mich für ein Leben als Mönch entschieden hatte. Bis ich feststellen musste, dass nicht nur meine buddhistischen `Arbeitskollegen`, sondern auch meine christlichen Brüder, wie einige der Franziskaner Mönche, eine (speziell fürs Handy!) genähte Tasche im inneren ihrer Kutte besitzen! So kam es dann, dass mir irgendwann Freunde mein erstes Handy schenkten; damit auch ich endlich immer und überall erreichbar bin.

Für die meisten ist ein Handy jedoch viel mehr als nur ein Telefon, es ist ein Statussymbol und mit all den Funktionen nicht zuletzt auch eines der vielen technischen Spielzeuge des modernen Menschen. Aber kommen wir zur Ausgangsfrage zurück; Was hat nun unser geliebtes Mobiltelefon mit den heiligen Schriften gemeinsam? Hier die Gedanken zur Selbstreflexion:

Wie würde sich unser Leben wohl verändern, wenn wir unsere heiligen Schriften so behandeln würden wie unser Handy?

Was würde geschehen, wenn wir sie (die heilige Schrift) Kindern als Geschenk gäben?

Was würde geschehen, wenn wir sie in unseren Handtaschen und Hosensäcken mit uns trügen?

Was würde geschehen, wenn wir sie täglich mehrmals aufklappten?

Was würde geschehen, wenn wir Botschaften aus ihren Texten zögen?

Was würde geschehen, wenn wir sie mit uns nähmen, wenn wir auf Reisen gehen?

Was würde geschehen, wenn wir sie in Notfällen benützten?

Was würde geschehen, wenn wir zurück gingen, wenn wir sie vergessen hätten?

Was würde geschehen, wenn wir sie behandelten als ob wir nicht ohne sie leben könnten?

Diese Fragen sollten dazu führen, dass wir uns besinnen...hmm, wo ist meine Bhagavad Gita? Oder wo ist meine Bibel? Wo ist mein Koran?
Will ich meine Zeit im Zug mit den neusten `Apps` verbringen oder oder mich von spirituellen Lebensweisheiten inspirieren lassen?

Nicht nur Mobiltelefone schaffen Verbindungen, auch die heiligen Schriften. Wer heilige Texte aufmerksam liest, über das Gelesene reflektiert und das
Gelesene im Leben anwendet, beginnt die Welt aus den Augen der Schriften zu betrachten. Für ihn werden die heiligen Texte (und nicht so sehr das neuste
Handy) zum `direkten Draht`!

Lustige Geschichten?
Mondflug

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