Joe M.

Glauben aus heutiger Sicht

Ich möchte mit meinen Texten zum Nachdenken anregen und auf Mechanismen der Manipulation und Abhängigkeit hinweisen, derer sich alle Religionen bedienen. Ich beschreibe extreme Glaubensformen wie Fanatismus und versuche herauszufinden, wie sie entstehen können. Dabei erhebe ich weder den Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Objektivität und schon gar nicht auf historische Richtigkeit.

Ich schreibe bewusst polemisch, meine Kritik an Kirche und Religion ist unbequem und kann als Kontrapunkt zu all den gemässigten Beiträgen im Portal religion.ch gesehen werden, die als Grundtenor interreligiöse Toleranz fordern und die unterschwellige Botschaft ‚Wir sind die Gerechten' mitschwingen lassen. Ich möchte herausfinden, wie weit diese Toleranz geht, wenn ich als ‚Spielverderber' auftrete und kontrovers frage: Könnt ihr euren Glauben und euren Gott wirklich mit gutem Gewissen vertreten, oder verschliesst ihr die Augen, wenn es um das Leid geht, das durch Religion in den letzten 2000 Jahren verursacht wurde? Schiebt ihr die Kehrseite religiösen Wirkens den Fundamentalisten zu und sagt damit habt ihr nichts tu tun?

Ganz besonders aber liegt mir am Herzen, und auch hier bediene ich mich einer ungeschönten, direkten Sprache, immer wieder auf die tragische Rolle schutzloser Kinder hinzuweisen, derer Unschuld sich alle Religionen zu bemächtigen versuchen.

Es ist aber nicht meine primäre Absicht, gläubige Menschen in ihren Gefühlen zu verletzten. Ich bin aber der Meinung, dass es manchmal wehtut, feststellen zu müssen, dass lieb gewonnene Glaubensätze aus der Kindheit nicht mehr stimmen und es eines Anstosses von aussen bedarf, um diese loszulassen.

Ich bin des Weiteren davon überzeugt, dass sehr viele Menschen tief in ihrem Innern wissen, dass mit ihrem Glauben an Gott und den Religion etwas nicht stimmen kann, sie aber aus Angst vor den Konsequenzen solche Gedanken nicht aussprechen. Ich möchte ihnen sagen, dass ihre Zweifel berechtigt sind und ihnen nichts passiert, wenn sie die Vorstellung zulassen, Gott könnte eine Illusion sein.

Ich möchte auch mit dem Vorurteil aufräumen, dass Religion den Alleinanspruch auf Moral und Ethik besitzt und dass es falsch ist anzunehmen, ein Leben ohne Gott bedeute Leere und Richtungslosigkeit.

Inwiefern Witz und Humor religiöse Gefühle verletzen können und warum fromme Menschen meist empfindlich auf Satire reagieren sowie die Bedeutung von Glauben-Aberglauben-Wunderglauben ist Gegenstand weiterer Betrachtungen.

Ich habe weder Theologie, Philosophie noch Geschichte studiert und versuche daher nicht, eine Diskussion über Gott und die Welt auf akademischer Ebene zu führen, dazu bin ich schlichtweg nicht in der Lage. Trotzdem versuche ich meine Gedanken und manchmal auch meine Wut zu historischen und zu aktuellen religiösen Themen in Worte zu fassen und hoffe, nicht nur zu provozieren, sondern auch zu berühren.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals klarstellen, dass ich trotz meiner Meinung, Religion habe der Menschheit mehr Schaden als Nutzen gebracht und dass wir heute die altertümlichen Glaubensvorstellungen nicht mehr brauchen, voll und ganz akzeptiere, dass viele Menschen anderer Meinung sind und der Glaube durchaus auch positive Aspekte hat, auf die ich in meinen Texten zuwenig eingegangen bin.

Falls ich mit meinen Ansichten tiefgläubige Menschen verletzt habe, tut es mir leid, denn das war nie meine Absicht. Trotzdem gehe ich davon aus, von erbosten Gläubigen beschimpft, eventuell sogar bedroht zu werden, und möchte darum durch Nichtveröffentlichung des vollen Namens meine Familie aus dieser Kontroverse heraushalten.

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Neid - Kummer des Herzens

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