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Krishna Premarupa das

Der Film am Zeitpunkt des Todes

Lebensfilm
 "Warum bereitet ihr euch eigentlich so sehr auf den Tod vor?" wurde ich kürzlich von jemandem gefragt. Ein berechtigte Frage, welche einfach beantwortet werden kann: „Weil der Tod die letztlich grosse Prüfung des Lebens ist!"

Menschen bereiten sich sehr unterschiedlich auf Prüfungen vor, manche beginnen bereits Monate davor, andere schieben die Vorbereitung bis zum letzten Moment hinaus. Ähnlich verhält es sich mit der grössten Prüfung des Lebens, mit dem Tod. Gewisse Menschen beginnen erst im Alter sich mit Fragen nach dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen, während andere ein ganzes Leben lang damit verbringen. Doch weshalb wird der Tod überhaupt als Prüfung bezeichnet? Und wie kann man sich darauf vorbereiten?


Wenn man nicht an ein Leben nach dem Tod, an die Existenz Gottes, an einen tieferen Sinn im Leben glaubt, wenn man denkt, das das Ziel des Lebens darin besteht, einfach so viel zu geniessen wie möglich - dann scheint die Vorbereitung auf den Tod tatsächlich ein seltsames Unterfangen zu sein.


Wenn dieses Leben jedoch als eine Art Training verstanden wird, in welchem wir nach Selbstverwirklichung streben, wird der Tod zum letzten grossen Test, welcher prüft, wie viel wir auf unserem Weg gelernt haben. Ein Spiritualist versucht eine Lösung für die wirklichen Probleme des Lebens zu finden, die Geburt, Krankheit, Alter und Tod sind. Um das Selbst aus dem Kreislauf von Geburt und Tod zu befreien, muss man seine ursprüngliche spirituelle Identität wieder erkennen und eine liebevolle Beziehung zu Gott entwickeln.


Maharaja Pariksit, der Kaiser der Welt, fragte Sukadeva Goswami, einen großen Heiligen, nach der Pflicht eines Menschens, der kurz vor dem Tod steht. Die Antwort lautete, dass man über Gott hören, Ihn verherrlichen und sich an Ihn erinnern sollte und dass die höchste Vollkommenheit des menschlichen Lebens darin besteht, sich zum Zeitpunkt des Todes an die Persönlichkeit Gottes zu erinnern.1


Warum ist das so? Dies erklärt Sri Krishna selbst in der Gita: „Was auch immer der Daseinszustand ist, an den man sich erinnert, wenn man seinen Körper verlässt, diesen Zustand wird man ohne Zweifel erreichen. Jeder, der sich am Ende seines Lebens, wenn er seinen Körper verlässt, an Mich allein erinnert, erreicht sogleich Meine Natur. Darüber besteht kein Zweifel." 2


In der modernen Wissenschaft gibt es ein Studienfach namens Thanatologie, welche zu verstehen versucht, was zum Zeitpunkt des Todes genau geschieht. Es wurde festgestellt, dass viele Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben, dieselbe Abfolge von Ereignissen beschreiben. Das erste, was eine sterbende Person durchmacht, ist ein Moment der völligen Dunkelheit, dann kann ein Licht irgendwo in der Ferne gesehen werden und die Person verlässt den Körper indem sie mit hoher Geschwindigkeit durch einen langen Tunnel gleitet. Uralte vedische Schriften wie die Brhad-Aranya Upanisad bestätigen dies und erklären, wie zum Zeitpunkt des Todes die Lebenskraft, die den gesamten Körper durchdringt, wieder in das Herz gebracht wird. Die Seele kann daher nichts mehr wahrnehmen, weil die Verbindung zum Körper getrennt wurde. Diese Dunkelheit dauert jedoch nur wenige Sekunden, denn die Überseele, Gott im Herzen, öffnet einen bestimmten Kanal, damit wir den Körper verlassen können. Ayurveda beschreibt 118 verschiedene Kanäle, die Nadis genannt werden, durch die die Seele den Körper am Ende seines Lebens verlassen kann.


Bevor der sterbende Mensch den Körper tatsächlich verlässt, durchläuft er seinen eigenen "Lebensfilm", das heisst er sieht nicht nur die wichtigsten Szenen seines Lebens, sondern erlebt sie auch noch einmal. Mit anderen Worten, er wird gleichzeitig zum Hauptdarsteller und Beobachter seines eigenen Lebens. In dieser Beobachterrolle wird einem wirklich bewusst, wie man sein Leben verbracht hat und wie man mit anderen Menschen umgegangen ist. Wie in der modernen Filmindustrie, wo es viele Genres von Filmen gibt wie Drama, Comedy, Thriller, Action oder Horror, so wird unsere eigener Lebensfilm in ähnlicher Weise zu einem bestimmten Genre gehören, entsprechend unserem Bewusstsein und unseren Aktivitäten. Welchen Film sehen wir zum Zeitpunkt des Todes? Eine interessante Frage! Denn was auch immer unser Film ist, bestimmt unsere nächste Geburt.


Sich immer an Krishna, an Gott zu erinnern, ist nicht nur eine Vorbereitung auf den Tod, sondern auch ein sehr glückseliger Lebensstil in einem Bewusstsein voller Liebe und Dankbarkeit. Diejenigen, die dies perfektioniert haben, beenden den Kreislauf von Geburt und Tod und kehren nach Hause zurück. Zurück zu Gott.


1 Srimad Bhagavatam 2.1.5-6

2 Bhagavad Gita 8.6-5

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