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Philipp Höhener

Ein anderer Blickwinkel auf die Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit, Teil 2

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In der Sendung «Talk Täglich» vom 10.April 2018 auf Tele Züri, in welcher ich als ehemaliges Mitglied der Siebenten-Tags Adventisten zusammen mit Hugo Stamm (Sektenexperte) eingeladen war, liess ich die Öffentlichkeit etwas wissen. Ich will mit meinen Veröffentlichungen u.a. publik machen, welch ungeheuerlicher psychischer Druck durch die Literatur Ellen G. Whites auf adventistische Mitglieder und auch auf ihre sonstige Leserschaft ausgeübt wird. Ich zeigte zudem auf, dass innerhalb dieser Literatur andere Werte gelehrt werden als jene Moral, welche nach aussen hin durch Kirchenvertreter gegenüber der Öffentlichkeit vertreten wird.


  Zum Vorwort der «Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit – Abschnitt 2

Entgegen der Aussage der Charta, dass ihre Organisationen den rechtsstaatlichen Rahmen respektiert, verlangt Ellen White, das staatliche Gesetz zu missachten, sollte es im Widerspruch zu den Ansprüchen Gottes stehen. Sein Wort stehe für einen Christen über jeder menschlichen Gesetzgebung. Ein «So spricht der Herr» könne nicht durch ein «So spricht die Kirche» oder ein «So spricht der Staat» ersetzt werden. Der Herrschaftsanspruch Christi sei höher zu werten als die Hoheitszeichen irdischer Machthaber, so Ellen White. Wie lässt es sich erklären, dass adventistische Kirchenvertreter sich auf staatliche Gesetze berufen, ihre eigene Literatur aber davon spricht, diese zu missachten?

Die Siebenten-Tags Adventisten in der Schweiz berufen sich in der «Charta christlicher Kinder -und Jugendarbeit» auf den Zweckartikel im Kinder- und Jugendförderungsgesetz, welches im Bundesgesetz verankert ist. Dieser spricht davon, dass Kinder und Jugendliche in ihrem körperlichen und geistigen Wohlbefinden gefördert werden, sich zu Personen entwickeln, die Verantwortung für sich selber und für die Gemeinschaft übernehmen und sich sozial, kulturell und politisch integrieren können. Wer definiert bei adventistischen Kindern und Jugendlichen, was zu ihrem körperlichen und geistigen Wohlbefinden beiträgt und was nicht? Ist es der Staat oder ist es die Kirche?

«Nichts beugt einseitigem und oberflächlichem Denken besser vor, als das Studium der Heiligen Schrift. Wer etwas für seine geistige und geistliche Entwicklung tun will, der studiere die Bibel. Es gibt kein Buch, das in dieser Hinsicht besser geeignet wäre, und zwar wegen der inhaltsschweren Botschaften, die gleichnishaft und in verständlicher Weise dargeboten werden. Kein anderes Studium kann so viel geistige Kraft vermitteln, wie das Bemühen, die von Gott offenbarten Wahrheiten zu verstehen…»

Ellen G. White, Erziehung, Seite 128


Betreffend politischer Integration ist Fakt, dass Ellen G. White sich einerseits dagegen aussprach, andererseits sich adventistische Mitglieder in hohen politischen Ämtern rund um den Globus engagieren.


«Der Herr möchte, dass sein Volk politische Fragen übergehe. Bei diesen
Dingen ist Schweigen Beredsamkeit…Wir können nicht mit Sicherheit unsre Stimme irgendeiner politischen Partei geben; denn wir wissen nicht, für wen wir stimmen.
Wir können auch nicht mit Sicherheit an irgendeinem politischen Plan teilnehmen. Wir können denen nicht zu Gefallen wirken, die ihren Einfluss benutzen, um
Religionsfreiheit zu unterdrücken und die einen Druck ausüben wollen,
um ihre Mitmenschen zu zwingen, den Sonntag als den Ruhetag zu beachten…»

Ellen G. White, Diener des Evangeliums, Seite 346


Im Juli 2015 wurde das globale Netzwerk adventistischer Amtsträger in Politik und Staat gegründet. Wer sich mit dem letzten Präsidentschaftswahlkampf in den USA auseinandergesetzt hat weiss, dass Benjamin Solomon Carson (namhafter Adventist) ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat ist und nun in der Trump-Administration einen Posten innehat. Weshalb diese Diskrepanz? Darüber will ich meine Meinung später in anderer Form veröffentlichen.


Wie kann die Kirchenleitung der Schweizer Adventisten mit der Unterzeichnung der «Charta» von soziokultureller Integration adventistischer Kinder sprechen, wenn gleichzeitig im Schrifttum Ellen G. Whites von Absonderung die Rede ist?


«Meine Brüder und Schwestern, wir können nicht einfach mit dem Strom der Welt schwimmen. Unsere Aufgabe besteht darin, dass wir hinausgehen und uns absondern.»
Ellen G. White, Christus ist Sieger, Seite 339


Die unterzeichnenden Organisationen der Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit berufen sich auf den Artikel 14 der UN-Kinderrechtskonvention. Ob die weltweite Freikirche der Siebenten-Tags Adventisten wirklich das Recht adventistischer Kinder- und Jugendlichen auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit achten, stelle ich heute mehr als nur in Frage.


 «Die Sabbatschule ist das grundlegende religiöse Bildungssystem der Siebenten-Tags-Adventisten. Sie hat vier Ziele: Sie soll das Studium der Heiligen Schrift, die Gemeinschaft untereinander sowie die Mission vor Ort und weltweit fördern. In Zusammenarbeit mit den Divisionen der Weltgemeinschaft hat die Sabbatschulabteilung der Generalkonferenz den besonderen Auftrag, Studienhefte zur Bibel für alle Altersgruppen herauszugeben, Programmhilfen im Kontext der weltweit unterschiedlichen Kulturen zu entwickeln, Material und Ausbildung für die Gesprächsleiter zur Verfügung zu stellen und das Geben von Gaben für die Weltmission (Sabbatschulgaben) zu fördern.»
Auszug aus der Gemeindeordnung (Gemeindehandbuch, Ausgabe 2006)


«In unsern Sabbatschulen muss Zucht und Ordnung herrschen. Kinder, die die Sabbatschule besuchen, sollten diese Möglichkeit schätzen. Die Eltern sollten mindestens ebenso viel darauf bedacht sein, dass ihre Kinder sich auf die Sabbatschule vorbereiten, wie sie die tägliche Schularbeit überwachen. Ihre Betrachtungen müssen sie mindestens so fleissig lernen wie ihre Schulaufgaben. Wenn Eltern und Kinder das nicht für notwendig erachten, ist es besser, die Kinder bleiben daheim; denn die Sabbatschule kann ihnen dann nicht zum Segen gereichen. Eltern und Kinder müssen mit dem Sabbatschulvorsteher und den Helfern einig gehen und damit beweisen, dass sie die um ihretwillen getane Arbeit schätzen. Die Eltern müssen auf die geistliche Erziehung ihrer Kinder und damit auf eine Mehrung ihrer Schriftkenntnis bedacht sein.»
Ellen G. White, Das Sabbatschulwerk, Seite 64


Artikel 14 der UNO-Kinderrechtskonvention spricht weiter davon, dass die Vertragsstaaten die Rechte und Pflichten der Eltern und gegebenenfalls des Vormunds achten, das Kind bei der Ausübung des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit in einer seiner Entwicklung entsprechenden Weise zu leiten. Wer sich auf solche Aussagen stützt, und gleichzeitig davon spricht, dass Eltern und Kinder mit dem Gemeindevorsteher und seinen Helfern einig gehen müssen, um damit irgendetwas zu beweisen, belügt nebst anderen vor allem auch sich selbst.

 
Lesen Sie im nächsten Teil dieser Blog-Serie, welche Gedanken ich mir abschliessend über das Vorwort der Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit gemacht habe.

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