Krishna Premarupa das

Die Mutter - schwerer als die Erde!

Muttertag-Dankbarkeit

Muttertag! Der Tag an dem wir unsere Mutter anrufen, eine nette Karte schreiben oder Zuhause einen Besuch abstatten und uns bei ihr bedanken. Das ist wunderbar. Aber ist es genug? Einmal im Jahr ein paar Blumen und Schokolade zu bringen? Wie können wir jemals unsere Schuld an unsere Mutter zurückzahlen?


Vor einigen Jahren hatte ich eine Erfahrung, die mich veranlasste, tiefer über meine Beziehung zu meiner Mutter zu reflektieren. Während ich in Indien in einem Tempel Mantras rezitierte, betraten einige Pilger den Tempelraum und verneigten sich vor der Form des Herrn. Eine ältere Dame hatte aufgrund ihres Alters und Übergewichts etwas Mühe wieder aufzustehen. Ich kann immer noch den Ausdruck in ihrem Gesicht sehen, die Schweißtropfen auf ihrer Stirn und wie ihr Körper zitterte. Während ich ihre Anstrengung wieder aufzustehen beobachtete, empfand ich plötzlich grosses Mitgefühl für sie. Und nicht nur für sie, sondern für alle Frauen, für alle Mütter. Ihre Anstrengung aufzustehen wurde in diesem Moment für mich zu einem symbolischen Bild für die Mühen jeder Mutter auf dieser Welt. Erstaunlich, wie jede Mutter so eine schwere Last trägt, die Last Kinder aufzuziehen! Es ist schwer zu erklären, was wirklich in diesem Moment mit mir passiert ist, aber es war eine tiefe Erfahrung, mir liefen Tränen über meine Wangen und ich erinnerten mich an meine eigene Mutter und ihre Herausforderungen mich und meinen Bruder aufzuziehen. Ich war eineinhalb Jahre alt und mein Bruder gerade mal sechs Monate, als mein Vater im Alter von 36 an Krebs verstarb. Doch unsere Mutter war für uns da, sie akzeptierte ihr Schicksal. Wie großartig sind die Mütter? Schwer zu beschreiben!

Im Mahabharata finden wir den gleichen Gedanken in der Episode der Dialoge zwischen Yudhisthira und dem Yaksha. Der Yaksha fragte den grossen König: "Was ist schwerer als die Erde, höher als der Himmel, schneller als der Wind und zahlreicher als Strohhalme?" Yudhisthira antwortete: "Die Mutter ist schwerer als die Erde, der Vater ist höher als der Himmel, der Geist ist schneller als der Wind und unsere Sorgen sind zahlreicher als die Strohhalme."1 "Die Mutter ist schwerer als die Erde" bedeutet, dass die Last, die sie trägt, schwerer ist als das, was der Planet Erde zu tragen hat. Dies ist mit anderen Worten ein Ausdruck der Wertschätzung für die Bemühungen einer Frau, welche die Aufgabe übernimmt, Mutter zu sein. In der vedischen Kultur wird die Rolle der Mutter hoch gepriesen: "Die Mutter ist gleich zehn Vätern oder sogar der ganzen Erde. Es gibt keine ältere Person, die der Mutter gleich ist. In der Tat ist sie in Bezug auf die Ehrfurcht und den Respekt, die ihr zustehen, über allen anderen. Dies ist der Grund, weshalb die Leute ihrer Mutter so viel Respekt entgegenbringen."2

Leider fühlen sich die Menschen in der heutigen Zeit oft nicht besonders dankbar, was sie von Verantwortung für ihre alternden Eltern halten. Die Vernachlässigung der Pflicht gegenüber der Mutter und dem Vater wird als eines der hervorstechenden Symptome des Kali Yuga beschrieben. Die folgende Analogie wird gegeben, um diese Tatsache auszudrücken: Eine Person leerte Wasser aus einem Eimer in fünf Tassen und goss den Inhalt dann wieder in den Eimer zurück und stellte fest, dass fast kein Wasser mehr vorhanden war, obwohl er kein Wasser verschüttet hatte. Wie ist das möglich? Was soll damit ausgedrückt werden? Der Eimer symbolisiert die Eltern, die Tassen sind die Kinder. Das Wasser steht für die Liebe. Obwohl Eltern so viel Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe in ihre Kinder investieren, kommt von den erwachsenen Kindern kaum etwas zurück, nachdem sie ihr Zuhause verlassen haben.


 Auch eine Woche nach dem Muttertag, lasst uns die Herrlichkeit der Mutterschaft erinnern. Es gibt niemanden in dieser Welt, der seiner Mutter gegenüber nicht verschuldet wäre. "Hinter all deinen Geschichten steckt immer die Geschichte deiner Mutter, denn deine beginnt dort!"3



1 - Mahābharata, vana-parva `Yaksha Prashna`

2 - Mahābharata, anuāsana-parva 105.15-1
3 - Statement von Mitch Albom (59), amerikanischer Autor, Journalist and Musiker

Sprachloses Verlangen
Ein anderer Blickwinkel auf die Charta christliche...

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