Simon Pfeiffer

Denkmalschutz und Kirchenleben

Wie schön ist es, wenn man am Ferienort eine schmucke alte Kirche entdeckt, sie betritt und dabei feststellt, dass der Kirchenraum, schonend renoviert, von einer alten Würde erfüllt ist wie von einer sanften Wärme.

In der heutigen Zeit ist es beruhigend zu wissen, dass es Dinge gibt, die trotz Wandel und Fortschritt in allen Bereichen, gleich bleiben. Mit der Erhaltung von alten Kirchen und Denkmälern wird in diesem Sinne ein Zeichen gesetzt. Für die Instandhaltung alter Kirchenräume ist in der Schweiz der Denkmalschutz zuständig. Seine Aufgabe ist es, Zeugen der Vergangenheit für kommende Generationen zu erhalten. Trotz allem Schönen habe ich ein paar Fragezeichen zu den Prinzipien des Denkmalschutzes.

Ich arbeite in einer Kirchgemeinde mit denkmalgeschützter Kirche und denkmalgeschütztem Pfarrhaus. Im Zuge notwendiger Sanierungsarbeiten stösst man immer wieder an Leitplanken, die vom Denkmalschutz gesetzt werden. In unserer Kirchgemeinde haben wir ein schönes Pfarrhaus, das aussieht wie vor 500 Jahren und eine Kirche, die aussieht wie vor 300 Jahren. Vieles wurde diskret an heutige Erfordernisse angepasst. So hat es Strom, fliessendes Wasser und Zentralheizung im Pfarrhaus, elektrische Beleuchtung, Verstärkungsanlage und Induktionsschleife für Gehörbehinderte in der Kirche. Alles so installiert, dass es das Gesamtbild nicht stört.

Doch wie ist es, wenn man kirchliche Gebäude von der Funktion her anders nutzen möchte? Gottesdienst mit Tanz und Essen im traditionell gebauten Kirchengebäude? Gottesdienstformen, bei denen sich die Teilnehmenden selber bewegen? Eine Kindertagesstätte oder Sozialwohnungen mit Beiz im Pfarrhaus? Oder im Winter schon nur eine angenehme Raumtemperatur während des Gottesdienstes?

Die Last alter erhaltenswerter Gebäude erdrückt das Kirchenleben heute. Die Landeskirchen sind zu Gebäudeverwaltern verkommen, arg begrenzt durch Kirchenbänke, Kanzeln, historische Orgeln, empfindliche Steinböden, schlecht isolierbare Fenster. Kultur und Bedürfnisse der Menschen haben sich gewandelt. Für mich ist es verständlich, wenn sie ihr Leben ausserhalb der Kirchengebäude leben und diese bloss wie Museen zur Erinnerung an die Kultur früherer Zeiten besuchen.

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