Joe M.

Das eigentliche Problem

Die Diskussionen rund um die Anti-Minarett-Initiative haben in aller Deutlichkeit gezeigt, dass Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichstellung von Frau und Mann usw. Errungenschaften des modernen Rechtsstaates sind und in keiner Weise das Verdienst der Religionen.

Würde das ethische Zusammenleben der Menschen auch bei uns durch Heilige Bücher wie Bibel oder Koran geregelt, wären wir in den moralischen Gesetzen des Altertums stecken geblieben. Aufklärung und Liberalisierung mussten schon immer gegen die starren Dogmen der Religionen ankämpfen und erst der säkulare Staat konnte diese elementaren Freiheiten und Gleichstellungen durchsetzten.

Darum brauchen wir in der Schweiz auch kein verfassungsmässiges Verbot für Minarette, weil unser Rechtsstaat mit den Auflagen des Raumplanungsrechtes und des kantonalen und kommunalen Baurechts diese Angelegenheiten bereits regelt. Die Trennung von Kirche und Staat muss aber zwingend weitergeführt werden - auch wenn am Anfang unserer Verfassung (Präambel) „Im Namen Gottes des Allmächten" steht.

Dieser Satz stammt noch aus Zeiten der Unterdrückung und Willkür und hat eigentlich nichts mehr zu suchen in einer liberalen und freiheitlichen Verfassung. Es sind aber vermutlich vor allem die Befürworter der Anti-Minarett-Initiative, die an der Allmacht Gottes festhalten wollen - paradoxerweise aber gleichzeitig die Angst vor Islamisierung und Scharia schüren.

Die Religionen selbst (und ihr unsinniger Anspruch auf den einzig wahren Gott) sind das Problem und nicht die Minarette.

Weiterführende Gedanken zur "Religion aus heutiger Sicht" finden sich im PDF-Dokument.

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