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In der Blog-Rubrik von religion.ch soll für jede Stimme - ob religiös oder nicht-religiös - Platz gefunden werden. Persönlichkeiten unterschiedlichster religiöser Herkunft aus verschiedenen Regionen der Schweiz äussern auf ihre persönliche Art und Weise ihre Gedanken, Meinungen, Erfahrungen oder Problemstellungen der heutigen Gesellschaft in Bezug auf Religion.

Weltverzerrung im dunklen Glas

Ich staune, wie präzise J.R.R. Tolkien, Autor der Herr der Ringe Triologie, ein Element unserer heutigen Kultur vorausgesehen hat – mit all seinen Chancen und Schattenseiten. In der Form lag er daneben: Grosse dunkle Kristallkugeln, einzelne sogar so gross, dass sie mit Menschenkraft kaum hochzuheben seien. In der Zahl lag er ebenfalls daneben: Bloss sieben sind es bei weitem nicht mehr. In Mittelerde heissen sie Palantíri, bei uns Smartphones, Tablets, Personal Computer, je nachdem, ob portabel oder stationär.
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Die unsichtbare Hand

​Das war ein „heisser" Sommer: Die Klimaproteste wurden heftiger, die gewaltlosen Aktionen zielgerichteter und nerviger, die Statements in den Kommentarspalten der Medien bissiger bis gehässig. Und wir alle stossen wacker unser tägliches CO2 aus.
Für die einen scheint zu gelten: „Was ich nicht wissen will, macht mich nicht heiss." Sie liessen Dinge verlauten wie: „Ich werde grinsend ins Flugzeug steigen und meinen Langstreckenflug so richtig geniessen." Oder: „Klimaschwankungen gab es schon immer." Und Banken, Politiker und Investoren scheinen den alten Glauben an die unsichtbare Hand festzuhalten, gemäss dem der Profit weniger Einzelpersonen auf alle heruntertröpfle. Regeln und Einschränkungen gelten als des Teufels, da sich alles von selber ergeben werde. Abwarten bis sich die Stürme, Überschwemmungen und Feuersbrünste gelegt haben und Festhalten am alten Erfolgsmodell, ist offenbar die Devise.


Auf der anderen Seite der Protestbewegung bereiten sich Menschen auf die Apokalypse vor. Leben ohne fossile Energie, Selbstversorgung, Vorbereitung auf den Kampf aller gegen alle. Sämtliche Hoffnung auf das Eingreifen einer unsichtbaren Hand scheint da verloren.

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Ist Religion Glaube oder Erfahrung?

Als ich noch Lehrer für Religionskunde war habe ich mich oft aufgeregt über Schülerinnen und Schüler der oberen Klassen, die selbstverständlich davon ausgingen, dass Religion gleich Glaube sei, also etwas, was die Naturwissenschaften schon längst widerlegt hatten.

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Zu Besuch bei den Freimaurerinnen - was sich hinter den Toren vom "Zum neuen Venedig" verbirgt

Das letzte Mal, als ich am Byfangweg vorbeilief, habe ich das Haus Nummer 13 übersehen. Doch jetzt, wo ich mit Absicht auf diese mächtigen Türen des Eingangs zusteure, bin ich mir sicher, dass dieses Gebäudes mir damals hätte auffallen müssen. Zwei gleichaussehende goldige Symbole, welche aus einem Zirkel und einem Buch eine Rautenform gestalten, verzieren die hellbraunen Pforten aus Massivholz. Es ist das selbe Symbolzeichen, bei welchem man von Verschwörungstheorien munkelt. Oftmals wird dieses Abzeichen in Verbindung mit einem Geheimbund gebracht, wo die Mitglieder an den Schalthebeln der Macht sitzen. Die Regierung der Vereinigten Staaten sei gar von dieser verschwörerischen, dunkle Riten zelebrierenden Gemeinschaft kontrolliert. So hätten sie sich auf dem Ein-Dollar-Schein verewigt und der damalige Präsident George W. Bush funktionierte lediglich als Marionette dieser geheimen Gesellschaft. Die Rede hier ist von den Freimaurern.

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Was hat da eigentlich gebrannt - Notre Dame oder Votre Dame?

Als Notre Dame in Flammen stand kamen auch mir zuerst die Tränen. Erst nach den verstörenden Bildern am Fernsehen habe ich mich gefragt: Was hat da eigentlich gebrannt? Das Symbol der grossen Kulturnation Frankreich? Ein unwiederbringliches Zeugnis der Menschheit? Ein katholischer Kultort für die versprengte Häuflein gläubiger Katholiken, die immer mehr Mühe haben, ihr Recht auf Liturgie inmitten der Touristenmassen zu behaupten? Eine sinnentleerte Tapete für millionenfach geknipste Selfies?

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Das Elend der gegenwärtigen Religionswissenschaft

 Als ich im zarten Alter von 52 Jahren begonnen habe Religionskunde zu unterrichten war es für mich klar, dass Referenzwissenschaft meines Faches die Religionswissenschaft ist. Im Laufe meiner Tätigkeit schloss ich dann Kontakte mit jungen Kolleginnen und Kollegen, die gerade ihr Studium abgeschlossen hatten. Zu meinem Erstaunen haben viele dieser jungen Religionswissenschaftler vielleicht eine Feldforschung in der Mongolei oder im Maghreb durchgeführt und bringen von dort einiges an Detailwissen mit, sind aber meist völlig unbeleckt von seriösen Grundkenntnissen anderer Religionen.

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"Offene Weite - nichts von heilig"

Ich habe in den zehn Jahren meiner Unterrichtstätigkeit an einer Kantonsschule als Lehrer für bekenntnisneutrale Religionskunde viele interessante und aufgestellte Menschen kennen gelernt: Schülerinnen und Schüler, Lehrerkollegen, die Mitglieder der Schulleitung…


Aber trotzdem halte ich dieses Schulsystem für falsch.

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Identität

Was macht die Identität eines Menschen aus? Sein Aussehen? Seine Kleidung? Sein Glauben? Sein Verhalten? Seine Arbeit?


Dies Fragen haben mich jetzt schon eine ganze Weile lang beschäftigt. Zuerst, als ich vor drei Jahren krank wurde und ein Jahr lang meine Arbeit als Religionslehrerin für muslimische Kinder und Jugendliche niederlegen musste. Diese Arbeit war mehr als ein Beruf, sie war Lebensaufgabe und Freude – und ja, ich gebe es zu – mein gefühlter persönlicher Beitrag, die Welt etwas zu verbessern. Ich fühlte mich, als wäre ein Teil meiner Identität weggerissen worden. Wer war ich? Was blieb noch von mir übrig? Ich fragte mich, ob es wohl den Menschen nach der Pensionierung auch so geht?

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Der Film am Zeitpunkt des Todes

 "Warum bereitet ihr euch eigentlich so sehr auf den Tod vor?" wurde ich kürzlich von jemandem gefragt. Ein berechtigte Frage, welche einfach beantwortet werden kann: „Weil der Tod die letztlich grosse Prüfung des Lebens ist!"
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Zurück auf "Start"

03.Dezember 2018. Gerade kaufte ich mir die Dezember-Ausgabe 2018 des Monatsmagazin der NZZ, das "NZZ Folio". 21 Personen verschiedener Jahrgänge schildern in mehreren Protokollen ihre Kindheit, darunter auch ich. Erneut bekam ich die Gelegenheit, Erlebtes zu schildern und mit der Öffentlichkeit zu teilen. Weshalb an dieser Stelle nun nicht der nächste Blog - Beitrag zur Thematik der "Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit erscheint, will ich hier kurz erläutern.

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Befreiung ist das Ziel

Als Christen haben wir zwei grossartige und idealerweise wirkmächtige Befreiungsgeschichten im Traditionsschatz: Die Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten und die Befreiung mit der Anführerfigur Mose und die Befreiung von persönlicher Schuld und vom Zwang zum Opfer durch den Tod Jesu am Kreuz. Persönlich finde ich es eine grossartige Sache, dass Fremdarbeiter in die Freiheit gelangen und persönliche Schuld nicht auf ewig in Stein gemeisselt weiter getragen werden muss. Freiheit von äusserer Unterdrückung und Freiheit von innerer Verurteilung sind grossartige Errungenschaften, die nicht nur in Geschichten ihren Platz haben, sondern auch in unserem Leben erkämpft und bewahrt sein wollen.

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Paradies und moderne Erziehungskunst

Mit dem Erziehen unserer Kinder lerne ich laufend dazu. Eine wichtige Lektion war für mich, dass Nein-Botschaften oder gar Verbote denkbar schlecht ankommen und meistens eher zu Rebellion als zu Gehorsam führen. Dasselbe gilt für Appelle wie "Halt!" oder "Stopp!" oder ähnlich. Funktionieren tun solche drastischen Eingriffe in die Eigendynamik des Kindes eigentlich nur, wenn sie äusserst selten und wohldosiert eingesetzt werden.
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Blaue Moschee trifft auf orangen Tempel

"Allahu Akbar, Allahu Akbar ..!" Allah ist großartig! Ungefähr fünfundzwanzig Männer stehen in einer Reihe auf einem blauen Teppich in Richtung Mekka, verneigen sich immer wieder und bringen Gebete dar. Es ist Freitag Abend, 21:33 Uhr. Ich bin mit einer Gruppe von Krishna-Geweihten zu Gast am Abendgebet in der Blauen Moschee hier in Zürich. Am Tag zuvor hatten einige Mitglieder dieser muslimischen Gemeinschaft unseren Tempel besucht und nahmen an unserer Abendzeremonie teil. Unsere beiden Gemeinden wurden im Rahmen eines Jubiläumsprojekts durch das Zürcher Forum der Religionen zusammengeführt und zu einer Partnerschaft geformt.


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Die Radikalisierung der Welt durch Algorithmen

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieso sich unsere Gesellschaft immer stärker polarisiert? Und wieso es so scheint, als würden wir als Menschheit gerade kollektiv den Verstand verlieren? – Die Antwort auf diese Fragen lautet: Wir steuern gerade auf eine dystopische Zukunft zu. Und das ist ein Problem. Im Ernst.


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Schauen Mönche Fussball?

FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Russland 2018 - Fußball fasziniert die Welt. Wohin man auch schaute, Fußball schien alle zu beeinflussen. In vielen Ländern rund um den Globus wurden die Fußballspiele zu Hause, auf Smartphones während der Arbeit oder abends in Restaurants und Bars auf großen Bildschirmen mitverfolgt. Auch Leute, die normalerweise kein Interesse am Sport zeigen, waren plötzlich die größten Fans ihrer Fußballnationalmannschaft. Jeder schien vom Fußballfieber befallen zu sein.

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Ein anderer Blickwinkel auf die Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit, Teil 2

In der Sendung «Talk Täglich» vom 10.April 2018 auf Tele Züri, in welcher ich als ehemaliges Mitglied der Siebenten-Tags Adventisten zusammen mit Hugo Stamm (Sektenexperte) eingeladen war, liess ich die Öffentlichkeit etwas wissen. Ich will mit meinen Veröffentlichungen u.a. publik machen, welch ungeheuerlicher psychischer Druck durch die Literatur Ellen G. Whites auf adventistische Mitglieder und auch auf ihre sonstige Leserschaft ausgeübt wird. Ich zeigte zudem auf, dass innerhalb dieser Literatur andere Werte gelehrt werden als jene Moral, welche nach aussen hin durch Kirchenvertreter gegenüber der Öffentlichkeit vertreten wird.


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Direkt und authentisch

Was können Religionsgemeinschaften zur Entwicklung und Pflege einer positiven erotischen Sprache jenseits der sexuellen Sprachlosigkeit beitragen? Nachdem ich in meinem kirchlichen Unterricht erlebt habe, dass Sexualität zur Sprache kam, dies aber vor allem in Zusammenhang mit ethischen Fragen und Stichworten wie Verhütung, Beschneidung oder HIV, versuchte ich als Jungpfarrer, meinen ersten Konfirmanden mit lustigen Aufklärungsfilmchen das Spektrum von Spass und Verantwortung beim Sex näher zu bringen.


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Die vergiftete Taube und der Heilige Geist

"Wir sind die seufzende Kreatur; Menschen und Tiere." (vgl. Röm 8,19-22)

Gegen Ende des Jahres 2017 ist ein kosovarischer Taubenzüchter zu einer bedingten Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden (vgl. NZZ Artikel "Massiv härtere Strafe für Taubenzüchter" Stand: 16.06.2018). Er wollte Falken töten, um seine Tauben zu schützen.


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Sprachloses Verlangen

Mit dem Aufblühen der Gärten und dem Summen der Bienen hat die Hochzeitssaison wieder begonnen. Paare finden sich, feiern sich, und wer nicht in einer Paarbeziehung steht, geht vermehrt aus, schaut sich um, präsentiert sich, oder tummelt sich im Internet. Das Verlangen steigt wie der Saft in den Obstbäumen. Sogar Früchte verströmen einen Hauch Erotik. Haut wird gezeigt und erhält mit Hilfe der Sonne den idealen Teint. Gleichzeitig liest man, dass Geschlechtskrankheiten wieder auf dem Vormarsch seien, dass Paare entweder nicht über Sex sprechen oder wegen einschlägigem Medienkonsum kaum noch Lust auf körperliche Zweisamkeit haben. Oder dass junge Menschen mechanisch nachspielen, was sie auf Pornoplattformen gesehen haben, aber kaum das machen, wozu sie selber Lust hätten.

 

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Die Mutter - schwerer als die Erde!

Muttertag! Der Tag an dem wir unsere Mutter anrufen, eine nette Karte schreiben oder Zuhause einen Besuch abstatten und uns bei ihr bedanken. Das ist wunderbar. Aber ist es genug? Einmal im Jahr ein paar Blumen und Schokolade zu bringen? Wie können wir jemals unsere Schuld an unsere Mutter zurückzahlen?


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