Krishna Premarupa das

21. Dezember 2012 - Individuelle Entwicklung statt kollektiver Untergang!

Spätestens seit dem Hollywood Weltuntergangs Streifen '2012' weiß es jeder: Gemäß dem Maya-Kalender geht die Welt am 21. Dezmeber 2012 unter! Das ist ja schon sehr bald.

Im Internet findet man Unmengen von Informationen zu diesem Thema. Entsprechende Internet-Seiten bieten neben dem sekundengenauen Countdown zum Tag X auch gleich den Online 'Survival Shop' an: Für die bevorstehende Krise. Vom Solar- und Kurbelradio über den Nuklearschutz bis zum Schlauchboot und dem guten alten Schweizer Sackmesser findet man alles! „Alles nur Verschwörung und Geldmacherei!", sagen die einen. Ernsthafte Sorgen machen sich die anderen. Auch ich wurde in letzter Zeit immer wieder gefragt, ob es denn in den vedischen Schriften auch ähnliche Prophezeiungen gäbe.

Im Hinduismus kennt man nicht einen einmaligen Weltuntergang, sondern einen wiederkehrenden. Ähnlich wie wir vier Jahreszeiten erleben, so untersteht das ganze Universum einem sich wiederholenden Zyklus von Zeitaltern, den so genannten Yugas. Das Satya Yuga ist das goldene Zeitalter, das höchstentwickelte, darauf folgen das Treta und das Dvapara Yuga. Im Moment befinden wir uns im Kali Yuga, welches das dunkelste Zeitalter darstellt. Kali bedeutet soviel wie Streit, Heuchelei oder Spaltung. Gemäß vedischer Zeitrechnung begann dieses Zeitalter vor rund 5000 Jahren und wird noch gut 428.000 Jahre andauern. Also ist noch lange kein Weltuntergang in Sicht! Auch die Mayas sprachen eigentlich nie davon, dass die Welt untergehen würde. Gemeint ist nicht der Weltuntergang, sondern das Anbrechen einer neuen Zeit. Vedische Prophezeiungen beschreiben ebenfalls satya-yuga-ähnliche Zustände innerhalb des dunklen Zeitalters. Folgende Geschichte aus dem bekannten indischen Klassiker 'Mahabharata' beschreibt das Kali Yuga und den Weg in ein gottbewußtes Leben auf eine sehr eindrückliche Art und Weise:

König Yudhistira empfing nacheinander vier Gäste, die sehr außergewöhnliche Erfahrungen gemacht hatten. Die erste Person legte einen Garten an mit wunderschönen Blumen, Büschen und Bäumen. Als er jedoch einen Gartenzaun errichtete um den Garten zu schützen, begann dieser Zaun den Garten zu verwüsten. Die zweite Person sah, wie ein großer Elefant durch eine Wand hindurch ging, dann aber mit dem Haarbüschel seines Schwanzes in der Wand stecken blieb. Die dritte Person leerte Wasser aus einem Eimer in fünf Becher und schüttete dann den Inhalt wieder in den Eimer zurück und musste feststellen, dass so gut wie kein Wasser mehr da war, obwohl er kein Wasser verschüttet hatte. Die vierte Person verlief sich in einem Felsengebirge und fand sich in einer sehr Angst erregenden dunklen Wüstenlandschaft wieder, bis er eine kleine junge Pflanze entdeckte. In dem Moment, als er die Pflanze pflückte, verschwand alle Dunkelheit und Licht und Liebe durchflutete die ganze Atmosphäre.

Bhima, der Bruder des Königs war ratlos, als er all diese rätselhaften Erzählungen hörte. König Yudhisthira entschlüsselte ihm diese geheimnisvollen Botschaften: die vier Personen stehen symbolisch fürs Kali Yuga. Der Garten repräsentiert das Volk und der Zaun die Regierung. Das Volk wählt die Regierung und die gewählte Regierung nutzt die Gelder der Bevölkerung für ihre eigenen Interessen. Der Elefant steht für die Mächtigen und der Haarbüschel seines Schwanzes für den einfachen Bürger. Wer Geld und Macht besitzt, kann sich jedes Recht erkaufen und kommt mit allem durch, der kleine Bürger aber bleibt 'hängen' und wird unschuldig verurteilt. Der Eimer symbolisiert die Eltern, die Becher die Kinder. Das Wasser steht für Liebe. Obwohl Eltern soviel Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe in ihre Kinder investieren, kommt so gut wie nichts zurück, wenn die erwachsenen Kinder das Heim einmal verlassen haben. Und die Wüstenlandschaft schließlich repräsentiert all die Probleme im Kali Yuga. Das Pflücken der grünen Pflanze steht für das Lobpreisen des Namen Gottes, wodurch jeglicher Einfluss des dunklen Zeitalters vertrieben wird und sich die Liebe Gottes entfalten kann.

Was die vedischen Prophezeiungen angehen, kann man als zusammenfassend sagen, dass sie uns ermutigen, die Kraft der Mantra Mediation für unsere persönliche Entwicklung zu entdecken, anstatt uns vor einem Weltuntergang zu fürchten oder auf eine weltweite Bewußtseinserweiterung zu hoffen!

"Scharia versus Finanzmafia?"
Spiritualität des Konzils

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