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In der Blog-Rubrik von religion.ch soll für jede Stimme - ob religiös oder nicht-religiös - Platz gefunden werden. Persönlichkeiten unterschiedlichster religiöser Herkunft aus verschiedenen Regionen der Schweiz äussern auf ihre persönliche Art und Weise ihre Gedanken, Meinungen, Erfahrungen oder Problemstellungen der heutigen Gesellschaft in Bezug auf Religion.

Koan

Auf meinen wiederholten Geschäftsreisen nach Japan und Taiwan hatte ich immer wieder die Möglichkeit, die exotische asiatische Kultur kennenzulernen. Meine Besuche an den Wochenenden galten vor allem Museen, Schreinen und Sakralbauten. In Japan waren die alten Kaiserstädte Kamakura, Kyoto und Nara die Highlights mit ihren mächtigen Tempelanlagen un...
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Paradies auf Erden

Meine Seele lebt gut mit einem Kirchenbesuch pro Monat. Mein Körper dagegen braucht wöchentlich zwei Stunden Paradies. Wohldosierte Betätigung der Muskeln mit anschliessendem Dehnen und Strecken. Dann heisskalte Entspannung im Wellnessbereich. Zum Schwitzen an den Maschinen gibt es die Musik meiner Wahl vom iPod. Sauna und Dampfbad sind kleider- un...
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Sünde gegen den Heiligen Geist

Hans Maier ist einer der angesehensten Katholiken Deutschlands: lange Jahre bayerischer Kultusminister und Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, später Professor für Christliche Weltanschauung in München, als Nachfolger Guardinis und Rahners. Er wollte seine Autobiografie vorstellen, in einem Saal des Bistums Regensburg. Das Ordinariat liess ihm drei Tage vor dem Anlass mitteilen, Bischof Müller verbiete das. Denn Maier engagiere sich für den Verein Donum Vitae, der die ergebnisoffene Schwangerschaftskonfliktberatung weiterführt, aus der die deutschen Bischöfe vor zwölf Jahren auf unnachgiebigen römischen Zwang aussteigen mussten. Rom war die Reinheit der Ideologie wichtiger als das Dasein in der Not; das eindeutige Prinzip wichtiger als die Partnerschaft mit der suchenden Frau und der Respekt vor ihrem Gewissen.
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Ratha Yatra - Das indische Wagenfest

Ratha Yatra - Das indische Wagenfest
Ich stehe auf einem grossen, bunten und sehr prächtigen, mit Blumengirlanden dekorierten Prozessionswagen. Etwa 40 Personen ziehen den Wagen an Seilen der Seepromenade entlang Richtung Bellevue. Die Sonne brennt auf meinen Kopf, hunderte von Krishna Geweihten sowie unzählige faszinierte Passanten schauen zu uns hoch. Während der etwa dreistündigen ...
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Göttliche Substanzen und andere Drogen

Der schottische Ethnologe James Frazer erforschte religionsgeschichtliche Fragen und gilt als Mitbegründer der Religionsethnologie. Über das in der katholischen Kirche als Eucharistie bekannte Sakrament schrieb er folgendes: „Die mexikanischen Azteken glaubten schon vor der spanischen Eroberung, dass ihre Priester durch das Weihen von Brot dieses z...
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Kraft

Schriftsteller sein, einstweilen auf Zeit. Ich staune etwas darüber, wie konsequent ich für das Schreiben und die zugehörigen Studien leben kann. Mit nicht sehr vielen Kontakten, einem etwas einförmigen Tagesablauf, vielen Stunden am Schreiben und Lesen gehen die Tage dahin, als wäre es ganz normal so, als müsste das alles so sein. Davon leben: geht noch nicht, dafür: wäre kein Problem.
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Religion und Moderne?

In meinem Praktikum an einer Maturitätsschule fragte mich ein Student, ob denn der Islam sich überhaupt mit der modernen Zeit vertrage. Sehr gute Frage, aber kaum beantwortbar. Ich frage mich nach verschiedenen Lektüren gerade wieder einmal, wie sich Gottesglaube und modernes Weltbild überhaupt verträgt. Und weiter, wie ich meine allfälligen Erkenn...
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Wie soll ich leben?

Ein Phänomen: da verkauft einer über 300 Bücher, Auflage mal eben 15 Millionen, zum christlichen Umgang mit sich selbst, in mehr als 30 Sprachen übersetzt, weiss wikipedia. Derzeit einer der meistgelesenen Autoren deutscher Sprache und weltweit einer der erfolgreichsten spirituellen Schriftsteller. Und eine ganze theologische Wissenschaft reagiert einfach nicht darauf. Behandelt ihn wie Luft. Die Lehrbücher der christlichen Ethik erwähnen ihn gar nicht, sogar dann nicht, wenn sie viele hundert Seiten Platz haben. Muss man vom Fach sein um zu sehen, dass hier etwas nicht stimmt?
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Schweizer Hindu-Priester

Auf meinen jährlichen Indienreisen erlebe ich immer wieder spannende Begegnungen mit Einheimischen, die unglaublich fasziniert sind, dass da ein `weisser Elefant`(ein Westler) ihre Kultur lebt. Ich kann mich gut erinnern, wie ich in Risikesh, am Fusse des Himalayas, aus dem heiligen Wasser des Ganges stieg und bemerkte, wie mich ein älterer indisch...
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Parental Advisory - Explicit Content

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts war der Religionsunterricht in der Primarschule noch eine ernstzunehmende Angelegenheit. Nicht umsonst wurde das Fach im Zeugnis an erster Stelle benotet – noch vor Lesen, Rechnen und Schreiben. Da ich in den ersten drei Klassen während den alttestamentarischen Märchenstunden besonders gut aufpasste,...
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Herr Pfarrer, was denkken Sie über Sex?

Kürzlich war ich mit einer Gruppe Konfirmanden auf Besuch in einer Moschee. Bei der Fragerunde mit dem Imam fragte ihn eine meiner Jugendlichen nach seiner Haltung zu Sex vor der Ehe. Ich sass daneben, fand die Frage gut und bewunderte den Mut zu so einer direkten Frage. Ich beneidete aber den „Kollegen" nicht um seine Situation.Er fand deutliche W...
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Streben nach Erfolg - Gift für eine christliche Identität

Derzeit übersetze ich das Buch des Bischofs von Poitiers, Albert Rouet. J'aimerais vous dire, ich möchte gern mit Ihnen reden, Montrouge 2009, in Frankreich einige Zehntausendmal verkauft. In all der Erstarrung der katholischen Kirche ist es immer wieder erstaunlich, dass die wachen Geister zwar selten werden, aber offenbar doch nicht ganz aussterben wollen. Rouet ist so ein Wacher - auf der Höhe der Zeit, soziologisch, psychologisch, kommunikativ gebildet, ein Kenner der Heiligen Schrift und der Kirchenväter. Und mit Humor. Kostprobe gefällig? Vor einigen Jahren treffe ich eine Zweitklässlerin, 12 Jahre alt, was auf die Zahl der wiederholten Schuljahre schliessen lässt. Was sie denn beschäftige? Sie erzählt von der Schule. Aber noch bevor ich ein aufmunterndes Wort loswerden kann: „So oder so, die Schule ist für mich gelaufen." „Aber es liegen doch noch vier Jahre Schulpflicht vor Dir!" „Schon, aber das alles interessiert mich nicht!" Das Gespräch zeigt etwas Wichtiges. Man wollte ihr etwas weitergeben, etwas beibringen, innerhalb des gegebenen Rahmens. Aber schlussendlich machen wir das nur, um uns selbst zu bestätigen. Wonach sehnte sich das Mädchen? In welcher familiären Situation befand sie sich? Konnte sie zu Hause überhaupt lernen? Lauter Fragen, die niemand stellte, oder niemand zu stellen fertigbrachte. Dann bewegt man sich völlig im abstrakten Raum. Man gibt Wissen weiter, man spricht wahre Dinge aus - und fühlt sich durch diese Arbeit irgendwie bestätigt. Man hat ja seine Pflicht getan. Man wird ja schliesslich dafür bezahlt! Aber wo die andere wirklich steht, nimmt man gar nicht wahr - während Jesus das ständig tut, gegenüber der Samaritanerin zum Beispiel (Joh 4). Er lässt sie über ihre Lage sprechen. Er spricht mit ihr und stützt sich auf die Aussagen, die sie beiträgt. Die Geschichte des Mädchens und die Kommunikation Jesu mit der Samaritanerin zeigen, dass die Arbeit noch nicht gemacht ist, wenn bloss die Ware verteilt ist, und sei sie noch so wertvoll. Ein Grundsatz des Christentums lautet, dass Gott, der uns ohne uns geschaffen hat, uns nicht ohne uns retten wird. Aber wie wirken die Leute, die wir heute ansprechen, an dieser Rettung mit? Das Erziehungssystem hat wahrscheinlich der Lehrerin nicht erlaubt, nach der Sehnsucht des Mädchens zu suchen. Irgendeine Sehnsucht trug sie bestimmt in sich. Gerecht wäre ihr geworden, wer ihr den Unterricht als mögliche Antwort auf ihr Sehnen vorgestellt hätte. Matthäus lässt das Wirken Jesu mit den Seligpreisungen beginnen, und Christus, so Bossuet, ist gekommen, um uns zu lehren, wie wir glücklich sein können. Wenn man nicht bei dieser Sehnsucht nach Glück ansetzt, bei diesem Sehnen nach Begegnung und Anerkennung, wie will man dann den anderen erreichen? Dann berührt man die Frage nach Identität gar nicht, dann geht es nur um Ertrag, Ergebnisse, Statistik. Wenn man dagegen seine Zeit und Sorgfalt einsetzt, um das Sehnen des anderen kennenzulernen und anzunehmen, auch sein eigenes Sehnen durchscheinen zu lassen, mag es auch lange dauern und langsam vorangehen, dann bewegt man sich innerhalb der christlichen Identität. Sie schliesst Anerkennung und Respekt ein und verlangt eben nicht vom anderen, er möge endlich aufhören, anders zu sein. Christliche Identität ist eine Identität der Beziehung. Ich finde diesen herausfordernden Satz im Galaterbrief (4,12): „Werdet wie ich, denn auch ich bin geworden wir ihr." Das ist christliche Identität: eine Antwort kann man nur erwarten, wenn man sich verletzbar gemacht hat, wenn man selbst der Einsatz ist, und nicht wenn man einfach sagt, was man zu sagen hat. Es kommt auf die Ähnlichkeit der Lebensform und der Sorgen und Nöte an. Mit anderen Worten: in dem Masse wir uns nicht von Rentabilität und Erfolg lösen, verlieren wir Christen unsere Identität. Die Worte Erfolg und Scheitern kommen ja in den Evangelien gar nicht vor! Und auf welcher Grundlage wollten wir eigentlich unsere sogenannten Erfolge bilanzieren? Auf der Grundlage von Zahlen, wie jeder beliebige Betrieb dieser Welt? Wenn man aber Erfolg verzichtet und einfach versucht, Beziehungen zu mischen, Salz in der Suppe zu sein; wenn man seine Identität verliert - das ist wahrscheinlich unser Kreuz - genau dann aufersteht diese Identität, als Identität der Begegnung mit dem lebendigen Anderen. Soweit Rouet ... Mir scheint eben, dass die eigentliche Alternative heute ist, ob wir uns in der Logik des Etwas, der Leistung, des Funktionierens, des Objektiven verstehen ... oder in der Logik des Jemand, der Beziehung, des Qualitativen. Ich finde, Rouet schärft das am konkreten Beispiel gut an. Wir Christen glauben ja, dass der Mensch Beziehungswesen, Person ist, und damit ist klar, auf welche Seite wir gehören!
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Glaube - Aberglaube

Ob eine Tür, die auf der einen Seite mit „Eingang" und auf der anderen Seite mit „Ausgang" beschriftet ist, nun Eingangs- oder Ausgangstüre ist, hängt nur davon ab, auf welcher Seite der Betrachter steht. Eine Diskussion darüber, wer nun recht hat, führt bestimmt zu keinem Ergebnis, weil besagte Türe Eingang und Ausgang ist, beide Aussagen also ric...
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Im Benediktinerkloster

Ein grosses Ja, das durch mich hindurch will. Leise. Beharrlich. In jedem Gebet aufs Neue. Vor allem am Morgen, wenn ich mich nicht wehren kann. 5.15 Uhr Aufstehen: keine Kunst, die Tage enden auch früh. Eine halbe Stunde Schweigen mit den älteren Mönchen, eine sehr besondere Atmosphäre. Kostbare Momente. Dann die Psalmen von Vigil und Laudes, monoton, noch keine Melodien, Sprechgesang.
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Horrornacht vor Heiligabend

Ich mag Horrorfilme überhaupt nicht - obwohl ich als Jugendlicher Vampirfilme über alles liebte. Alles, was grössere Wunden als zwei Zahneinstiche zeigt oder andeutet, wird mir schnell zu viel, vor allem wenn Kinder in Gefahr geraten. Trotzdem habe ich mich mit einem Horrorfilm auf Weihnachten 2010 eingestimmt, wenigstens zur Hälfte. Und dies kam s...
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Begegnung im Weltkloster

Eigentlich wollte ich ja mal buddhistischer Mönch werden... Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich an meinem 22.Geburtstag im "Golden Temple" in Rangoon, Burma, die unzähligen Buddha-Statuen bewunderte. Während dieser Pilgerreise hatte ich unzählige Begegnungen mit burmesischen Mönchen.Es war dann aber ein Europäer, ein spanischer Mönch, der in m...
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Fertig lustig bei Religion und Glauben

Die überzeichnete, witzige Darstellung der Realität war schon den alten Griechen als gesellschaftskritisches Instrument bekannt, die antike Rhetorik bediente sich des Sarkasmus um Personen oder Ideen mit beissendem Hohn und Spott blosszustellen. Aber auch heutzutage verfehlt der spitze Bleistift als politische Waffe mithilfe der Karikatur nur selte...
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In gefrierender Zeit

«Jésus ne nous a pas demandé d’être nombreux mais d’avoir du goût.» Die Christen passen sich blind einer gefrierenden Gesellschaft an: die französische Kirche bewegt ein Buch des angesehenen Erzbischofs von Poitiers, Albert Rouet (J’aimerais vous dire, Montrouge 2009, Eur 18,99). Mit der Globalisierung, so Rouet, geht eine Ideologie des Gleichen einher. Als wäre die kulturelle Vielfalt nur Schein, die Dinge sind ja überall gleich, denselben wirtschaftlichen Gesetzen untertan. So wie die Hotels der grossen Ketten weltweit einander gleichen und die Unterschiede nur Folklore sind am Rand: Eine Boutique im Foyer verkauft lokale Produkte … Die Einförmigkeit wird sichtbar in den Stars. Nur sie sind von Bedeutung, nur ihnen gilt Aufmerksamkeit, nur sie haben etwas zu sagen. Unter dem Eiseshauch der Einheitlichkeit erstarren Engagement, Zivilcourage und Politik.
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Buddhas Lehre von der Leere

Auf der Suche nach Spiritualität im Gemischtwarenladen der Esoterik (die naive Offenheit der Esoterik erlaubt allen Weltbildern und Gesinnungen von Paramedizin, Pseudowissenschaften und okkulten Praktiken bis hin zu den Glaubensrichtungen westlicher und östlicher Religionen sich unter einem Dach zu vereinen und öffnet dadurch jedem Spinner Tür und ...
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Denkmalschutz und Kirchenleben

Wie schön ist es, wenn man am Ferienort eine schmucke alte Kirche entdeckt, sie betritt und dabei feststellt, dass der Kirchenraum, schonend renoviert, von einer alten Würde erfüllt ist wie von einer sanften Wärme.In der heutigen Zeit ist es beruhigend zu wissen, dass es Dinge gibt, die trotz Wandel und Fortschritt in allen Bereichen, gleich bleibe...
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