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In der Blog-Rubrik von religion.ch soll für jede Stimme - ob religiös oder nicht-religiös - Platz gefunden werden. Persönlichkeiten unterschiedlichster religiöser Herkunft aus verschiedenen Regionen der Schweiz äussern auf ihre persönliche Art und Weise ihre Gedanken, Meinungen, Erfahrungen oder Problemstellungen der heutigen Gesellschaft in Bezug auf Religion.

Paradies und moderne Erziehungskunst

Mit dem Erziehen unserer Kinder lerne ich laufend dazu. Eine wichtige Lektion war für mich, dass Nein-Botschaften oder gar Verbote denkbar schlecht ankommen und meistens eher zu Rebellion als zu Gehorsam führen. Dasselbe gilt für Appelle wie "Halt!" oder "Stopp!" oder ähnlich. Funktionieren tun solche drastischen Eingriffe in die Eigendynamik des Kindes eigentlich nur, wenn sie äusserst selten und wohldosiert eingesetzt werden.
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Blaue Moschee trifft auf orangen Tempel

"Allahu Akbar, Allahu Akbar ..!" Allah ist großartig! Ungefähr fünfundzwanzig Männer stehen in einer Reihe auf einem blauen Teppich in Richtung Mekka, verneigen sich immer wieder und bringen Gebete dar. Es ist Freitag Abend, 21:33 Uhr. Ich bin mit einer Gruppe von Krishna-Geweihten zu Gast am Abendgebet in der Blauen Moschee hier in Zürich. Am Tag zuvor hatten einige Mitglieder dieser muslimischen Gemeinschaft unseren Tempel besucht und nahmen an unserer Abendzeremonie teil. Unsere beiden Gemeinden wurden im Rahmen eines Jubiläumsprojekts durch das Zürcher Forum der Religionen zusammengeführt und zu einer Partnerschaft geformt.


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Die Radikalisierung der Welt durch Algorithmen

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wieso sich unsere Gesellschaft immer stärker polarisiert? Und wieso es so scheint, als würden wir als Menschheit gerade kollektiv den Verstand verlieren? – Die Antwort auf diese Fragen lautet: Wir steuern gerade auf eine dystopische Zukunft zu. Und das ist ein Problem. Im Ernst.


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Schauen Mönche Fussball?

FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Russland 2018 - Fußball fasziniert die Welt. Wohin man auch schaute, Fußball schien alle zu beeinflussen. In vielen Ländern rund um den Globus wurden die Fußballspiele zu Hause, auf Smartphones während der Arbeit oder abends in Restaurants und Bars auf großen Bildschirmen mitverfolgt. Auch Leute, die normalerweise kein Interesse am Sport zeigen, waren plötzlich die größten Fans ihrer Fußballnationalmannschaft. Jeder schien vom Fußballfieber befallen zu sein.

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Ein anderer Blickwinkel auf die Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit, Teil 2

In der Sendung «Talk Täglich» vom 10.April 2018 auf Tele Züri, in welcher ich als ehemaliges Mitglied der Siebenten-Tags Adventisten zusammen mit Hugo Stamm (Sektenexperte) eingeladen war, liess ich die Öffentlichkeit etwas wissen. Ich will mit meinen Veröffentlichungen u.a. publik machen, welch ungeheuerlicher psychischer Druck durch die Literatur Ellen G. Whites auf adventistische Mitglieder und auch auf ihre sonstige Leserschaft ausgeübt wird. Ich zeigte zudem auf, dass innerhalb dieser Literatur andere Werte gelehrt werden als jene Moral, welche nach aussen hin durch Kirchenvertreter gegenüber der Öffentlichkeit vertreten wird.


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Direkt und authentisch

Was können Religionsgemeinschaften zur Entwicklung und Pflege einer positiven erotischen Sprache jenseits der sexuellen Sprachlosigkeit beitragen? Nachdem ich in meinem kirchlichen Unterricht erlebt habe, dass Sexualität zur Sprache kam, dies aber vor allem in Zusammenhang mit ethischen Fragen und Stichworten wie Verhütung, Beschneidung oder HIV, versuchte ich als Jungpfarrer, meinen ersten Konfirmanden mit lustigen Aufklärungsfilmchen das Spektrum von Spass und Verantwortung beim Sex näher zu bringen.


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Die vergiftete Taube und der Heilige Geist

"Wir sind die seufzende Kreatur; Menschen und Tiere." (vgl. Röm 8,19-22)

Gegen Ende des Jahres 2017 ist ein kosovarischer Taubenzüchter zu einer bedingten Gefängnisstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden (vgl. NZZ Artikel "Massiv härtere Strafe für Taubenzüchter" Stand: 16.06.2018). Er wollte Falken töten, um seine Tauben zu schützen.


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Sprachloses Verlangen

Mit dem Aufblühen der Gärten und dem Summen der Bienen hat die Hochzeitssaison wieder begonnen. Paare finden sich, feiern sich, und wer nicht in einer Paarbeziehung steht, geht vermehrt aus, schaut sich um, präsentiert sich, oder tummelt sich im Internet. Das Verlangen steigt wie der Saft in den Obstbäumen. Sogar Früchte verströmen einen Hauch Erotik. Haut wird gezeigt und erhält mit Hilfe der Sonne den idealen Teint. Gleichzeitig liest man, dass Geschlechtskrankheiten wieder auf dem Vormarsch seien, dass Paare entweder nicht über Sex sprechen oder wegen einschlägigem Medienkonsum kaum noch Lust auf körperliche Zweisamkeit haben. Oder dass junge Menschen mechanisch nachspielen, was sie auf Pornoplattformen gesehen haben, aber kaum das machen, wozu sie selber Lust hätten.

 

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Die Mutter - schwerer als die Erde!

Muttertag! Der Tag an dem wir unsere Mutter anrufen, eine nette Karte schreiben oder Zuhause einen Besuch abstatten und uns bei ihr bedanken. Das ist wunderbar. Aber ist es genug? Einmal im Jahr ein paar Blumen und Schokolade zu bringen? Wie können wir jemals unsere Schuld an unsere Mutter zurückzahlen?


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Ein anderer Blickwinkel auf die Charta christlicher Kinder- und Jugendarbeit, Teil 1

Für jene, welche meinen vorderen Blogartikel nicht gelesen haben, empfehle ich, dies hier zuerst nachzuholen. Es ist mir ein Anliegen, dass sich meine Leserschaft nicht nur anhand von einseitigen Informationen meinerseits ein Bild über diese Thematik machen kann. Auch möchte ich Interessierten die Publikationen meiner ehemaligen Kirche zugänglich machen, über die ich mich heute als ehemaliges Kirchenmitglied der weltweiten Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten kritisch in der Öffentlichkeit äussere. Dazu gehören auch unzählige Zitate Ellen G. Whites, darunter auch solche zur Kindererziehung. Glaubenspunkt 18 der Adventisten beschreibt den Stellenwert der Schriften Ellen G. Whites u.a. folgendermassen: "Ihre Schriften sprechen mit prophetischer Autorität und geben der Gemeinde Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung."



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Braucht der Islam einen Luther?

​500 Jahre sind seit Luther und der Reformation des Christentums vergangen. Oft hört man Stimmen, jetzt seien wir Muslime an der Reihe. Im ersten Moment bin ich versucht, patzig zu fragen: Warum macht man uns Vorschriften? Sind wir nicht selber dafür verantwortlich? Haben die Muslime den Christen je vorgeschrieben, wann sie was zu reformieren hätten?

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Kirche und "No Billag"-Initiative: den Empfang für alle sicherstellen

​Am 4. März stimmt die Schweiz über die "No-Billag»-Initiative" ab. Für die Kirche setzt sie den Minderheitenschutz und die Religionssendungen von Schweizer Radio und Fernsehen SRF auf Spiel. Die Befürworter glauben an den freien Markt.


"Es steht viel mehr auf dem Spiel als die Gebühren", fasst Daniel Kosch, Generalsekretär der römisch-katholischen Zentralkonferenz zusammen, der Dachorganisation der Landeskirchen. Aus kirchlicher Sicht geht es bei "No Billag" um zwei Themen.


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Wie christliche Jugendverbände doch noch von staatlichen Geldern profitieren

​Am 31.03.2017 titelte die «NZZ» auf der Online-Plattform: "Fromme Jugend muss Lager künftig selber bezahlen"' Hunderttausende Franken zahlt der Staat christlichen Jugendorganisationen für ihre Lager – doch bald nicht mehr: Das Bundesamt für Sport streicht das Geld. Die Freikirchen wehren sich.


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Natürlich, du hast absolut recht.

... epur si muove, [Name einfügen]!

Ich möchte mit einer kurzen Geschichte beginnen. Auf der Strasse streiten sich zwei Juden über die Auslegung einer bestimmten Bibelstelle. Da kommt der Rabbiner mit seiner Frau auf ihrem Spaziergang vorbei. "Rabbi, Rabbi!", rufen die Männer, als sie das Paar kommen sehen. "Bitte, wir haben eine Frage." Der erste Mann erklärt, man streite sich über einen Punkt des heiligen Gesetzes und legt seinen Standpunkt dar. Der Rabbiner nickt, überlegt kurz und findet: "Doch, ich glaube, Du hast absolut recht." Der erste Mann ist glücklich und geht zufrieden davon.


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Buchauszug: Für ein besseres Miteinander VI

Meine Konversion Teil III

​Ich hing immer noch sehr an der Bibel, und so erfolgte mein erster Zugang zum Islam – so seltsam es tönt – über die Bibel. Meine Mauer gegen den Islam begann aufzuweichen, nachdem ich gelesen hatte, dass es in der Bibel Prophezeiungen gab, die von den Christen zwar anders interpretiert werden, aber durchaus auch auf den Propheten Muhammad zutreffen könnten, z.B. im 5. Moses 18/18, oder Johannes 16/13 und Matthäus 21/43.


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Die letzten Jedi

Der neueste Film der dreifachen Star Wars Trilogie birgt einen Schatz an Motiven für Predigten oder nächtelange Diskussionen über Gott, die Welt und die Rolle von Menschen, die im Namen einer Religion auftreten.


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Buchauszug: Für ein besseres Miteinander V

Meine Konversion Teil II

Als ich siebzehn war, entdeckte ich die Brieffreundschaften und schrieb in alle Welt hinaus, unter anderem nach Marokko. Diesen Brief schrieb ich aus der Tiefe meines Herzens. Ich wollte, dass dieser Mensch mich genauso wahrnahm, wie ich wirklich war und ich wollte unbedingt, dass mir dieser Mann zurückschrieb. Warum das so war, weiss ich bis heute nicht. Aber inzwischen sind wir seit über dreissig Jahren verheiratet!


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Mitten im kalten Winter...

Oder: eine neue Hoffnung!

Am 15. Shvat feiert man das traditionelle "Neujahrsfest der Bäume", "Tu B'Shvat". Das Fest fällt dieses Jahr auf den 31. Januar und ist einer der vier Jahresanfänge im jüdischen Kalender. Das Fest ist eines der Landwirtschaftsfeste des alten Israels, man isst die Früchte des Landes und erfreut sich an der Schönheit der Natur. Ausserdem zählt man das Alter der Pflanzen an der Anzahl "Tu B'Shvat" Feste, die sie schon erlebt haben. Ein altes Gesetz sagt nämlich, dass man Pflanzen erst nach drei Jahren landwirtschaftlich nutzen und ihre Früchte erst nach diesen drei Jahren essen darf. Zudem soll man ihnen alle sieben Jahre ein Jahr Pause gönnen und sie in diesem Jahr nicht kultivieren.


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Was wir von der Religionswissenschaft lernen können

Als Religionswissenschaftler hat man's echt nicht leicht im Leben. Die meisten Menschen haben keine Ahnung von dem, was man tut. Und vor den anderen muss man als Vertreter eines "Orchideenfachs" stets seine eigene Existenz legitimieren. Für die einen ist man ein Mysterium und für die anderen der lebendige Beweis dafür, dass man seinen Kindern bei der Berufswahl nicht freie Hand lassen sollte.

Hoffentlich sind Sie, liebe Leserinnen und Leser, nicht auch dieser Meinung. Das wäre sehr schade. Denn eigentlich könnte unsere Gesellschaft viel von der Religionswissenschaft lernen, zum Beispiel wie man sich wertneutral mit gegensätzlichen Weltbildern auseinandersetzt, ohne den sozialen Frieden aufs Spiel zu setzen. Jedenfalls vertrete ich diese Meinung, seit ich vor drei Jahren im Marienwallfahrtsort Mariastein für eine Studie Pilger zu ihren Motiven und Weltbildern befragte und dem faszinierenden Treiben um mich herum zuschaute. 


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Ich stelle mich vor

Die Reaktion der Kirche liess nicht lange auf sich warten. Der Mediensprecher der Deutschschweizerischen Vereinigung (DSV) der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten kommentierte schon Ende Oktober auf der kircheninternen Website die vierteilige Kurzserie "Adventisten – Zwischen Glaube und Zwang", welche TeleBärn anfangs Oktober an vier aufeinanderfolgenden Tagen ausstrahlte. Nun folgte noch ein kurzer Artikel in der vierteljährlich erscheinenden DSV-Info. Darin nimmt Herbert Bodenmann, welcher vom TeleBärn-Journalisten auch interviewt wurde, nochmals zu beiden Fernsehausstrahlungen Stellung. Nebst Aussagen vor der Kamera bei TeleBärn, haben ehemalige Mitglieder der Adventisten auch schon in der n-tv Dokumentation "Radikale Christen – Im Namen der Sekte" mitgewirkt, welche Ende September 2017 ausgestrahlt wurde.


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