WertschöpfungWertschöpfungIn der Finanzkrise richtet sich der Blick von Managern und Unternehmern wieder verstärkt auf das Verhältnis von Wertschätzung und Wertschöpfung. Immer mehr Führungskräfte anerkennen  Wertschätzung als Voraussetzung echter Unternehmenskultur. Bleibt unter anderem die Frage, woraus sich Wertschätzung speist.

Wertschätzung und Wertschöpfung richten den Blick auf zwei wesentliche Elemente eines Unternehmens: die Wertschöpfung als äusseren, messbaren Wert des wirtschaftlichen Ertrags und die Wertschätzung als inneren, atmosphärischen Wert der Unternehmenskultur. Zunächst scheinen die beiden Aufgabengebiete nicht viel miteinander zu tun zu haben und sich sogar zu widersprechen. Im Finanzwesen geht es nüchtern und sachlich um Fakten und Kennzahlen. Als Ziel jeder produktiven Tätigkeit berechnet sich die Wertschöpfung aus der Differenz zwischen dem Verkaufswert und dem Produktionswert. Fragen zur Unternehmenskultur scheinen in diesem Kontext deplaziert.

Die Balance finden

Erfolgreiche Führungskräfte sprechen dagegen eine andere Sprache. Sie betonen, dass Wertschätzung ein unverzichtbarer Wert einer lebendigen Unternehmenskultur ist und gleichsam die Basis des unternehmerischen Erfolges bildet. Wer langfristig Wertschöpfung will, muss Wertschätzung geben! Insofern bilden Wertschätzung und Wertschöpfung zwei Seiten einer Medaille.

Wertschätzung als innere Haltung zeichnet Menschen mit einem hohen Selbstwert aus. Kommunikation ist geprägt von Respekt und Freundlichkeit. Sie anerkennen aufmerksam Arbeit und Leistung eines Mitarbeitenden. Durch ihr wertschätzendes Verhalten fördern sie die Potenziale und damit das Selbstbewusstsein der Mitarbeitenden. Zudem stärken und unterstützen sie kooperatives Verhalten in Teams und zwischen Abteilungen. Nicht zuletzt zieht eine wertschätzende Haltung die Wertschätzung anderer an. Im Gegensatz zu materiellen Werten vermehrt sie sich, in dem sie grosszügiger gegeben wird.

Die Quelle der Wertschätzung

Wertschätzung ist uns Menschen nicht von Geburt an in die Wiege gelegt. Sie kann auch nicht gelernt werden, so wie wir in der Schule das ABC oder das Einmaleins gelernt haben. Denn sie speist sich aus innerer Erfahrung, nicht aus rational-logischem Denken. Zwar kennen praktisch alle Menschen die Goldene Regel "Was Du nicht willst, dass man Dir tut, dass füg auch keinem andern zu". Sie zu kennen und sie einzusehen, ist jedoch keine Garantie dafür, sie im Gemeinwesen leben zu können.

Wollen wir Wertschätzung aus einer gefestigten Haltung heraus leben, ist Meditation ein wirksames Mittel; sei sie östlichen oder westlichen Ursprungs. Alle grossen Religionen verfügen über bewährte Traditionen der Meditation, auf die wir uns auf der Reise nach Innen stützen können. Die christliche Mystik kennt die Kontemplation und die Exerzitien. Im Buddhismus gibt es, neben anderen Traditionen, den Weg des Zen. Egal für welche Tradition man sich entscheidet: wer den Weg der Einkehr und der Stille einschlägt, dort nicht verharrt, sondern anschliessend wieder den Weg nach aussen geht, kann Wertschätzung authentisch leben.

Ralf Steigüber ist Assistant Project Manager am Lassalle-Institut
Dr. Anna Gamma ist Geschäftsleiterin des Lassalle-Instituts

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