Das Jüdische Museum Berlin präsentiert auf dem Internet religionspädagogische Videos zu unterschiedlichen Themen. In einfacher Sprache und farbigen Bildern wird beisielsweise erläutert, dass die Gebetskette nicht nur bei den Katholiken, sondern auch bei den Hindus und Muslimen beliebt sind. Oder es wird beschrieben, wie Musliminnen ihr Kopftuch auf moderne Art und Weise binden. Zu den Videos.

Gegenwärtig sind es die staatlichen Akteure, die im Religionsunterricht zunehmend eine regulative Funktion wahrnehmen, d.h. sie machen Religion an der Schule zu einer politisch-pädagogischen Aufgabe. Daraus ergeben sich andere Formen eines werteorientierenden (Religions-)unterricht, wie z.B. Ethik und / oder Kulturerziehung. Wie darf man sich diese regulative Funktion denn nun eigentlich vorstellen? Und was vermögen Religionen in politisch-pädagogischer Hinsicht zu leisten?

Wandtafel ©freephotosFolgender Überblick orientiert sich an Fallbeispielen des Schlussberichtes über den Unterricht zum Thema Religion in der öffentlichen Schule, eine Untersuchung im Rahmen des NFP 58, Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft, aus dem Jahre 2010. Die gewählten Fallbeispiele decken wichtige Varianten des schulischen Unterrichts in der Schweiz ab. Zudem berücksichtigen sie die unterschiedlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich der konfessionellen Prägung und der rechtlichen Staat-Kirche Beziehung.

Bucher ©Lubos HouskaDie Beitragsserie Religion im Schulunterricht erläutert unterschiedliche Formen des Religionsunterrichts und gibt anhand von Fallbeispielen einen Einblick in die Art und Weise, wie einzelne Kantone den Religionsunterricht regeln. Zudem diskutiert die Serie Möglichkeiten und Grenzen des Religionsunterrichts und verweist auf wichige Literatur (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). 

Die "Antwort auf den bundesweit festgestellten Bedarf an einer interreligiösen, interkulturellen Ausbildung" lieferte im Rahmen einer Medienkonferenz die ZHAW (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) in Winterthur am vergangenen Mittwoch. Geleitet wird das neue Studien-Programm durch das dort ansässige Zentrum Interkultureller Kompetenz des ISBB (Institut für Sprache in Beruf und Bildung), welches ab September 2009 den entsprechenden Lehrgang anbieten will.

Christian RutishauserIm Frühjahr startet das Lassalle-Haus Bad Schönbrunn gemeinsam mit dem Romero-Haus Luzern und dem Zentrum Theologie Interkulturell der Universität Salzburg den Studiengang Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess. Jesuitenpater Dr. Christian Rutishauser war führend bei der Konzeption des Lehrgangs, der einen Masterabschluss zum Ziel hat.

Mit Religionsunterrichts die "drohenden Ignoranz" der kulturellen Hintergründe verhindern

Ausgehend von der Aufklärung und der Französischen Revolution – bis hin zum Versuch der ganzheitlichen Verbannung der Religion aus dem öffentlichen Raum – ist der Begriff der Säkularisierung in Europa fester Bestandteil des Diskurses geworden, unter anderem in Bezug auf die Rolle des Christentums in der öffentlichen Schule. Nicht zuletzt konnte das Christentum mit Hilfe des Begriffs der Säkularisierung quasi konserviert werden. Der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer (LCH) hat in seiner Position vom letzten Oktober "dramatische Veränderungen" in den letzten Jahrzehnten festgestellt: Das Kruzifix an der Wand und die Schulgebete seien mit einigen wenigen Ausnahmen aus dem Schulzimmer verschwunden; die christlichen Feste verkämen immer mehr zu einem "kulturhistorischen Bildungsgegenstand".

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